Auf Kuschelkurs mit der Polizei?

Mit Unbehagen erfüllte Rostocker Neonazis im Januar 2011 eine Observation durch die Polizei, während sie selbst eine Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag in Rostock-Gehlsdorf ausspähten. Wie die „Nationalen Sozialisten Rostock“ in homophober Manier auf ihrer Internetseite vermeldeten, fühlten sie sich vor Ort „arg belästigt“, weil Polizeibeamte ihrer Wahrnehmung nach „immer wieder die Nähe suchten und fast auf Kuschelkurs gingen“. Jedoch ist die Polizei für NPD und Kameradschaften in Mecklenburg-Vorpommern Hass- und Liebesobjekt zugleich, ihr Verhältnis ein Tanz zwischen Nähe und Distanz.

Gefährliche Liebschaft sorgt bei Neonazis für Aufruhr

Bereits seit Wochen kursieren Gerüchte im Netz: Michael Fischer, Kader der „Nationalen Sozialisten Rostock“ sei mit einer Polizistin liiert. Was in der Neonazi-Szene für Verstimmungen sorgte und nun durch Stillschweigen ausgesessen werden soll, scheint sich unlängst bestätigt zu haben: Auf dem linken Internetportal Indymedia sind Fotos der Herzensdame von Fischer aufgetaucht. Besonders brisant: Der Artikel weist sie als „Vorzeigepolizistin“ aus. Auf einem Foto für das Titelblatt des „Polizei-Journals“ posierte sie neben Lorenz Caffier (CDU). Auf der Internetseite Mupinfo, dem Michael Fischer seine Feder leiht, wird der Innenminister allenthalben als „Kaffern-Lori“ verunglimpft und der „Gesinnungsschnüffelei“ bezichtigt. Für die Neonaziszene in Mecklenburg-Vorpommern ist er eine Hassfigur par excellence.

Dieser unlösbare ideologische Widerspruch hat unter Neonazis für Aufruhr gesorgt. In einer E-Mail und im Schein der Anonymität nannte eine sogenannte „AG Aufklärung“ das Handeln von Michael Fischer „unverständlich und unverantwortlich“ und beklagte, dass die „Weitergabe von denunzierenden Informationen nicht aus[zu]schließen“ sei. Die Reaktionen nach einer Veröffentlichung in der Kommentarspalte auf dem Neonazi-Portal Altermedia schwankten zwischen Beschwichtigungs- und Rechtfertigungsversuchen, dem Glauben an eine Verschwörung von „Staat und Antifa“ und Forderungen nach Distanzierung oder Aufklärung des Vorfalls. Eine offizielle Stellungnahme blieb jedoch aus. Ob diese Hinhaltetaktik die erhitzten Gemüter beruhigt, scheint allerdings fraglich. Bei der Demonstration in Teterow, an deren Mobilisierung die „Nationalen Sozialisten Rostock“ maßgeblich beteiligt waren und bei der sich das „Who is Who“ der „Autonomen Nationalisten“ die Klinke in die Hand gab, blieb Michael Fischer der Öffentlichkeit jedenfalls fern.

Die NPD als Anwalt der Polizei

Nicht nur im Privaten, auch im Politischen haben sich Kameradschaftsstrukturen und die sich nicht weniger „systemfeindlich“ gebende NPD einem Kuschelkurs verschrieben. Zwar wird anlassbezogen gegen Polizeigewalt gewettert und von einem Aufbegehren gegen „Caffiers Eingreiftruppen“ und „Knüppelgarden“ schwadroniert, gleichwohl versuchen Neonazis sich zum Anwalt von Polizeibeamten aufzuschwingen. Vor linker Gewalt, Personalabbau und Überbelastung will die NPD sie geschützt wissen und in der Ausübung von polizeilichem Dienstsport unterstützen. In dieser Diktion wandte sich die NPD auch postalisch an die Polizeidienststellen des Landes und versuchte Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte gegen den Innenminister aufzuwiegeln. Auch Michael Fischer übte sich in der Vergangenheit in derartigen Anbiederungsversuchen, etwa wenn er auf Mupinfo die Polizei vor linker „Hetze“ in Schutz nehmend schreibt: „Besonders gerne wird jedoch gegen die Polizei gehetzt, was mitunter bei Linksextremisten die einzige und armselige Kritik am Staat darstellt.“

Die von Neonazis zur Schau gestellte Solidarität mit der Polizei nimmt durch die öffentlich gewordene Liebschaft von Michael Fischer eine völlig neue Dimension an, die für weite Teile der Neonazi-Szene kaum ideologiekompatibel sein mag. Durch die im Politischen wie im Privaten gelebte Verbundenheit mit der Polizei, erscheint die Pressemitteilung mit dem Titel „NPD-Fraktion stärkt der Landespolizei den Rücken“ vom März 2010, mit der die Partei gegen die Polizeistrukturreform in Mecklenburg-Vorpommern opponierte und die auch auf Mupinfo Verbreitung fand, in ganz neuem Licht.

„Autonome“ Neonazis an der Leine der NPD

Revolutionär und aktionistisch geben sich die Neonazis der „Nationalen Offensive Teterow“ (NOT). Nahezu wöchentlich ziehen sie durch die Stadt, kleben Aufkleber und schmieren rechte Parolen an Häuserwände. Auch spontane Demonstrationen, Angriffe auf Bürgerbüros und Gewalttaten gegen die Polizei gehen auf das Konto der Kameradschaft, die sich selbst zu den „Autonomen Nationalisten“ zählt. Wer im Ort versucht, sich gegen Neonazis zu positionieren, wird gezielt von ihnen eingeschüchtert. Am 5. März 2011 soll es nun eine angemeldete Demonstration mit Unterstützung der NPD in Teterow geben.

Die Vorbereitungen für die Neonazi-Demonstration unter dem Motto „Zukunft statt Hartz IV – Volkstod stoppen!“ laufen derzeit auf Hochtouren. Nach eigenen Angaben lud man sich am vergangenen Wochenende Kameraden aus Berlin ein, die helfen sollten, in Teterow und Umland Flugblätter zu verteilen und anschließend einen Wildschweinbraten zu verzehren. Bereits am 12. Februar veranstalteten Teterower Neonazis in der Stadt einen Infoabend, um ihren Kameraden den Sinn einer Demonstration in dem Ort zu erklären. Die NPD versucht derweil, mit einem Demo-Jingle landesweit Teilnehmer für die Demonstration zu gewinnen. Der NPD-Landesverband rief bereits unmittelbar, nachdem die „Nationalen Sozialisten Rostock“ (NSR) die Demonstration in Teterow bekannt gaben, zur Teilnahme auf.

Apokalyptische Wahnvorstellungen vom „Volkstod“

Anders als in weiten Teilen des Landes gibt sich die Neonazi-Szene in Teterow wenig bürgernah und „autonom“. Ihr augenscheinlicher Versuch, vor anderen Gruppierungen und der NPD Eigenständigkeit zu behaupten, scheitert bereits an der Demo-Organisation. So offenbart die Funktion von David Petereit (NPD) als Anmelder, dass die „Freien Kräfte“ nicht in der Lage sind, selbständig eine Demonstration durchzuführen oder über ihr „Revier“ hinaus politisch zu agieren. Aktivitäten und Aufrufe machen vielmehr deutlich, dass die NPD in Teterow dem jugendlichen Nachwuchs ein wenig Auslauf gewährt, um ihn für den Wahlkampf an sich zu binden. Schenkt man Diskussionen im Internet glauben, rumort es derzeit allerdings innerhalb der Neonazi-Szene, weil einer ihrer Kader mit einer Polizistin liiert sein soll; vermutlich aus taktischen Gründen wird die Diskussion darüber gemieden. Am kommenden Samstag demonstrieren Neonazis in Teterow so fernab von Inhalten vor allem eins: Die strategische Geschlossenheit von Neonazis mit Autonomen-, Skinhead- oder Volkstums-Attitüde. Geeint werden sie durch apokalyptische Wahnvorstellungen von einem vermeintlichen „Volkstod“, an dem sich Neonazis aus Brandenburg und Sachsen schon längere Zeit abarbeiten.

Hinter dem sinnentleerten Geschwafel über den demographischen Wandel verbergen sich altbekannte völkische und rassistische Vorstellungen: Bekannte reaktionäre Phantasien von erzwungener Mutterschaft und „Blut-und-Boden“-Umzugsverbot vermischen sich mit Forderungen, Einwanderer_innen, die die leeren Städte und Sozialkassen auffüllen, abzuschieben. Dass der demographische Wandel seit langem ein Tätigkeitsfeld von Politik und Gesellschaft ist, wird im gewohnten Schimpf über „die da oben“ ignoriert.

„Nationale Offensive“ mit Gewalt und spärlichen Pamphleten

Als David Petereit am 5. Dezember mit seinem Wanderzirkus aus Rostock und Teterow nach Lalendorf zog, um dort Flugblätter gegen den Bürgermeister der Gemeinde zu verteilen, wurden die Neonazis schnell von der Polizei behindert. Auch in Teterow selbst sind die rechten Aktivisten häufig mit der Staatsmacht konfrontiert. Gerade einmal ein Wochenende ist es her, dass Neonazis der „Nationalen Offensive Teterow“ von mehreren Polizeifahrzeugen umstellt und ihre Autos durchsucht worden sind. In diesem Zusammenhang konnten Transparente, CDs und Flugblätter sichergestellt werden. Auf einschlägigen Webseiten ist immer wieder von „Schikanen“ durch die Polizei zu lesen. Es ist nicht auszuschließen, dass die örtlichen Beamten Vorfälle aus dem Jahr 2008 noch nachtragen. Seinerzeit lud Neonazi-Kader Reik Pudszuhn zu seiner Geburtstagsfeier in das Etablissement „Zur Grotte“ und löste damit einen Großeinsatz der Polizei aus. Mehr als 50 Beamte versuchten, die anwesenden Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wieder nach Hause zu schicken. Etwa 50 Neonazis stürmten daraufhin in die Stadt, zündeten Pyrotechnik und grölten Parolen wie „Nationaler Sozialismus jetzt“. Als die Polizei den Zug stoppen wollte, wurde eines ihrer Fahrzeuge angegriffen, wobei die Scheiben zu Bruch gingen. Es folgte ein Warnschuss, ein 23-jähriger Neonazi aus Lalendorf wurde inhaftiert.


Reik Pudszuhn auf der NDP-Demonstration am 01.05.2010 in Rostock

Reik Pudszuhn selbst ist wegen einschlägiger Delikte polizeibekannt. Der 20-jährige Familienvater stand bereits mehrfach wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht und spielt auf Demonstrationen bisweilen den „Anheizer“. Am 1. Mai 2009 fuhr Pudszuhn mit Neonazis bis nach Dortmund, um das rebellische Flair der „Autonomen Nationalisten“ in der Großstadt zu schnuppern. Zudem klebt er regelmäßig Aufkleber und ist in Teterow als Redner bei einer Spontandemonstration für den ermordeten Kevin Plum aufgetreten. Seine Leidenschaft für Kampfsport teilt Reik Pudszuhn mit seinem aus Teterow stammenden Kameraden Siegfried Hille, der offensichtlich auf keiner Neonazi-Demonstration in der Region fehlen darf. Als Zeuge im Pölchow-Prozess ließ sich Hille von David Petereit an die Hand nehmen und verkündete im Gerichtssaal stolz, regelmäßig für die NPD Flugblätter zu verteilen. In seiner Wahlheimat Rostock streut Siegfried Hille fleißig weiter NPD-Propaganda. Im Gegensatz zu Pudszuhn und Hille verzichtet ihr Kamerad Lukas Fischer darauf, „autonomen Nationalismus“ vorzuspielen. Er ist derzeitiger Landesvorsitzender der NPD-Jugend und gibt sich eher ruhig und bedeckt.


Siegfried Hille und Hannes Welchar (beide derzeit wohnhaft in Rostock) bei einer NPD-Demonstration am 24.10.2009 in Stralsund

Für die „Nationale Offensive Teterow“ ist dieses „Saubermann-Image“ kein erklärtes Ziel. In Teterow und Umgebung geben sich Neonazis provokant und gewalttätig, wenn sie etwa Veranstaltungen für Demokratie und Toleranz oder zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus stören. Am 8. Mai 2010, dem Tag der Befreiung, stellten sich etwa 20 Neonazis Bürger_innen in den Weg, die am sowjetischen Ehrenmal eine Gedenkveranstaltung abhalten wollten. Am Volkstrauertag im folgenden November störten abermals etwa 20 Neonazis lautstark eine Kranzniederlegung. Auch die Welle von Angriffen auf Bürgerbüros, mit der sich demokratische Politiker_innen in Mecklenburg-Vorpommern im letzten Jahr konfrontiert sahen, machte vor Teterow nicht halt. In der Nacht zum 26. Mai 2010 verübten Neonazis etwa einen Farbanschlag auf das Wahlkreisbüro einer CDU-Politikerin. Doch nicht nur Bürgerbüros, auch Privaträume wurden zur Zielscheibe der Neonazis: So wurden etwa mehrmals Wohnhaus und Fahrzeug eines SPD-Mannes beschmiert, der sich vor Ort gegen die Neonazis engagiert. Grotesker Weise verteilte die „Nationale Offensive Teterow“ am 4. September 2010 Flugblätter „gegen linksextreme Gewalt“, wenige Monate darauf störte sie eine Veranstaltung „Demokratie liest“ in der örtlichen Stadtbibliothek.

Probleme mit Neonazis werden ignoriert und kaschiert

Seit geraumer Zeit versuchen Neonazis in Teterow, gezielt Bürger_innen einzuschüchtern und in ihren Möglichkeiten der politischen Mitwirkung einzuschränken. Übergriffen und Drohungen gegenüber nicht-rechten Jugendlichen sowie Kommunalpolitiker_innen steht die Stadt Teterow beinahe hilflos gegenüber. Für den 5. März hatte ein Bündnis aus Parteien und Zivilgesellschaft eine Gegendemonstration angekündigt. Mittlerweile jedoch trat man den Rückzug an und begnügt sich mit einem Treffen am Kirchturm am Vortag. Während die Neonazis in Teterow aufmarschieren, will man demonstrativ die Gardinen zuziehen, statt öffentlich Unmut bekunden.

Die Stadt Anklam, bundesweit als Neonazi-Hochburg bekannt, sollte eigentlich mahnendes Beispiel dafür sein, dass bloßes Wegsehen schwerwiegende Folgen mit sich bringen kann. Durch die weitgehende Ignoranz der Probleme in und um Teterow werden sich diese auch zukünftig verschärfen und Neonazis in der Region ungehindert ihre Strukturen ausbauen. Treff- und Anlaufpunkte wie beispielsweise die Kneipe „Barracuda“, die der Neonazi-Szene für Kameradschaftsabende zur Verfügung steht, müssen öffentlich thematisiert, zivilgesellschaftliche Aktivitäten gegen Neonazis breit initiiert und unterstützt werden. Gegenwärtig ist die Stadt jedoch bemüht, ihr Problem mit Neonazis zu kaschieren: Ihr Geschick darin hat sie bewiesen, als sie wegen anhaltender Schmierereien kurzerhand die Seitenwände einer Bushaltestelle abmontierte.

Tröten gegen „Demokröten“


Alf Börm (l.) und Stefan Zahradnik (r.) machen „Törö“
auf der NPD-Demo am 1. Mai 2010 in Rostock.

Pünktlich zum Schulbeginn warteten Rostocker Neonazis kürzlich am Eingang der Borwinschule in der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) auf. Ihr mitgebrachtes Transparent „Deutsche nehmen Ausländern die Arbeitsplätze weg“ wurde geziert durch das Logo ihres sogenannten „Netzwerks für Tolerie und Demokranz“. Hinter diesem Label verbirgt sich ein vermeintliches Satireprojekt, mit dem Neonazis in angeblich kreativer Art und Weise versuchen, Vertreter_innen demokratischer Parteien aufs Korn zu nehmen. Was man etwa in der NPD von Demokrat_innen hält, machte der Landesvorsitzende Udo Pastörs beim Bundesparteitag im November 2010 in Hohenmölsen deutlich, indem er jene als „Demokröten“ verunglimpfte. Gemäß dieser Diktion macht sich die antidemokratische Allianz der Neonazis in ihrem „Punkteprogramm für das 21. Jahrhundert“ über demokratische Grundwerte lustig und zieht über zivilgesellschaftliches Engagement her. Ironisch heißt es dort: „Richtige Volkstreue müssen sich ‚Nazi‘ auf die Stirn tätowieren, ne Bomberjacke tragen und ne Glatze haben, damit die Lügenbarone der Presse endlich recht haben“ und an anderer Stelle: „Die Zukunft unser Kinder ist uns egal, weil wir sowieso keine mehr bekommen. Wir holen ja genug Immigranten rein: Wir wollen mehr und mehr und mehr, bis: Deutschland endlich stirbt!“.

Richtig lustig klingt das nicht.
Aber keine Frage: Nazis haben per se keinen Humor.

Frühere HDJ-Kader mimen den Spaßvogel

Erstmals öffentlich in Erscheinung getreten ist die Gruppierung im Mai 2009. Führende Kader der NPD und der seinerzeit bereits verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) versuchten das „Festival der Demokratie“ in Wismar zu stören. Verkleidet als Clowns und bestückt mit Trillerpfeifen und bunten Partyhütchen, wetterten sie mit Flugblättern und einem Transparent mit der Aufschrift „Willkommen in Multikultopia“ gegen Einwanderung und Migration. An der Verteilaktion beteiligt war der kürzlich wegen Hehlerei und Waffenbesitz festgenommene Neonazi Sven Krüger aus Jameln, der Multifunktionär der Neonaziszene David Petereit aus Rostock und ehemalige HDJ-Kader wie Anita Schindler, Alf Börm, Tino Streif und Ragnar Dam.

Vor dem Verbot der HDJ im März 2009 fungierte Ragnar Dam als Leiter der „Sektion Nord“ für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie „Einheitsführer“ für „Mecklenburg und Pommern“. Im Zuge des Verbotsverfahrens fanden im Oktober 2008 bundesweite Razzien statt. Auch die Wohnung von Dam wurde durchsucht, der zu dieser Zeit noch in Greifswald wohnte und studierte. Im Mai 2010 musste sich Dam schließlich vor dem Berliner Landgericht verantworten. Als Hauptangeklagter wurde er zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten, ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung, verurteilt. Er bastelte nicht nur mit Kindern Hakenkreuzmasken, sondern hielt im Januar 2007 eine „Rasseschulung“ im sogenannten „NPD-Heim“ am Harderberg ab. Davon offenbar unberührt kann Dam seinem Promotionsstudium am Institut für Immunologie der Universität Rostock nachgehen. Die bereits genannte Anita Schindler pflegt auch nach dem HDJ-Verbot Kontakte zu ehemaligen Kadern in Mecklenburg-Vorpommern, beispielsweise zu Alf Börm.

Alf Börm fungierte 2008 bei einem Zeltlager der HDJ nahe Hohen Sprenz als Leiter einer Kindergruppe. Seine Aufgabe war es, Jungen und Mädchen beizubringen, wie sie sich unterzuordnen und beim Morgenappell im militärischen Stil geradezustehen haben. Das Zeltlager, an dem etwa 40 Kinder teilnahmen, wurde seinerzeit von der Polizei aufgelöst. Vor Ort wurden Tücher mit Hakenkreuzen sowie einschlägig rechte Liedtexte beschlagnahmt. Als Sohn von Manfred Börm, Leiter des „Bundesordnerdienstes“ der NPD, versucht Alf Börm in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Der 22jährige geht einem Studium in Wismar nach, verteilt in der Region eifrig den „Meckelbörger Boten“ und trompetet gelegentlich auf NPD-Demonstrationen.

In Naschendorf, unweit von Jameln, wohnt Alf Börm gemeinsam mit seinem Kommilitonen Tino Streif, der für die NPD im Kreistag von Grevesmühlen sitzt. Die Wohnräume von Tino Streif wurden erst kürzlich von der Polizei durchsucht. Offenbar suchen Börm und Streif nach dem HDJ-Verbot ein neues Betätigungsfeld und versuchen den Aufbau der Jungen Nationaldemokraten (JN) als NPD-Jugendorganisation in Westmecklenburg voranzutreiben. Durch bundesweite Razzien bei Aktivisten der JN wurde bekannt, dass im Sommer 2011 ein Zeltlager in Mecklenburg-Vorpommern geplant ist. Wie die HDJ veranstaltet die Interessengemeinschaft (IG) „Fahrt und Lager“ als Gruppierung innerhalb der JN Zeltlager, deren ideologisches Programm sich auch an Kinder richtet. Unter der Federführung der JN fanden in den letzten Jahren mehrere Aktivitäten in Westmecklenburg statt.


Wenn Ironie zur Wahrheit wird: Tino Streif zwischen Glatzen und Bomberjacken auf der NPD-Demo am 3. Oktober 2008 in Stralsund.

David Petereit und sein Komödiantenstadl

Eine der vielen Aktivitäten der früheren HDJ-Kader in Mecklenburg-Vorpommern bleibt, zu gegebenen Anlässen unter dem Motto „Tolerie und Demokranz“ Propaganda zu verteilen und Stimmung gegen die Zivilgesellschaft zu machen. So versuchten Sven Krüger und Tino Streif im Oktober 2010 zusammen mit anderen Neonazis das „Fest der Vielfalt“ in Gägelow zu stören. Streif filmte Besucher_innen ab und versuchte gezielt Veranstalter_innen einzuschüchtern. Desweiteren sind auf der Neonazi-Website „Mupinfo“ immer wieder Veranstaltungshinweise von Demokratiefesten zu finden, die unterschwellig mit dem Aufruf verbunden sind, diese zu besuchen und zu stören. Als Anmelder für diese Internetseite, wie auch für die des „Netzwerks für Tolerie und Demokranz“ fungiert David Petereit. Viel los ist auf der Internetseite des „Netzwerks“ nicht. Sie dient lediglich als Bestell- und Visitenkarte. Auch für Flyer, die unter dem Label verteilt und auf der Seite zu bestellen sind, zeichnet Petereit im Sinne des Presserechts verantwortlich. Als Kontaktadressen sind das „Thing-Haus“ in Grevesmühlen, welches unter der Obhut Sven Krügers steht, sowie das Bürgerbüro von Michael Andrejewski für die Region Ostvorpommern angegeben.

Inzwischen gehen die Aktivitäten des „Netzwerks“ über den ursprünglichen harten Kern früherer HDJ-Kader hinaus. So kann sich jede Neonazi-Gruppierung des Labels bedienen und Flyer und Transparente ordern, sofern sie nicht von den führenden Kadern von vor Ort instruiert werden muss. Im Internet brüsteten sich die „Nationalen Sozialisten Rostock“ (NSR) damit, den Bildungsbus, der am 1. Februar 2011 unter er dem Motto „Demokratie auf Achse“ an der Borwinschule gastierte, in Empfang genommen zu haben. Dieses Mal drückte der Neonazi und NPD-Wahlkampfhelfer Thomas Nowak den Schüler_innen die Flugblätter in die Hand. Demnächst setzt sich vielleicht auch David Petereit wie in Wismar wieder selbst die Clownsnase auf. Immerhin sind in nächster Zeit noch einige Aktionen zu erwarten, mit denen Neonazis versuchen, Strukturen und Netzwerke, die sich deutlich gegen Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus wenden, gezielt zu verhöhnen und zu schwächen. Dabei dient der Spott der vermeintlichen Spaßvögel nur als Fassade für ihre menschenverachtende Ideologie – und die ist keineswegs zum Lachen.

Ilja-Ehrenburg-Straße in Rostock: Zweifelhafte Umbenennungswünsche

Presseerklärung der Initiative Ilja Ehrenburg vom 22. Juli 2010

Seit einigen Tagen betreibt die Junge Union Rostock, die schon in der Vergangenheit im Gefolge einschlägiger neofaschistischer Aktionen mit Flugschriften und Forderungen aufgetreten ist, eine Kampagne zur Umbenennung der Ilja-Ehrenburg-Straße in Rostock. Damit hat sie zwar in der Rostocker Bürgerschaft keinen Anklang gefunden, Pressemitteilungen zufolge aber wohl bei politischen Vertretern der CDU auf Landes- und Bundesebene.

Ilja Ehrenburg (1891-1967) war ein jüdischer sowjetischer Schriftsteller, Dichter und Publizist. Bereits mit seinem ersten Roman erschrieb er sich Weltruhm. Den überwiegenden Teil seines Lebens verbrachte er außerhalb der Sowjetunion, vor allem in Frankreich. Er organisierte internationale Schriftstellerkongresse für die Verteidigung der Kultur gegen den Faschismus, arbeitete im Jüdischen Antifaschistischen Komitee der Sowjetunion, war einer der Herausgeber des >Schwarzbuchs< über die Verbrechen der faschistischen Invasoren an den sowjetischen Juden und in den fünfziger und sechziger Jahren ein führender Kopf der Weltfriedensbewegung, unter anderem Mitautor des Stockholmer Appells gegen die Atomwaffe 1950. In Deutschland ist er landläufig vor allem wegen seiner Kriegspublizistik bekannt. Gerade über sie wird aber mit besonders wenig Sachkunde geschrieben und gesprochen.

Die Protagonisten der aktuellen Umbenennungskampagne legen wenig Ehre ein: Der Name Ilja Ehrenburg wird falsch geschrieben. Titel von Werken Ehrenburgs werden verwechselt. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion von Mecklenburg-Vorpommern, der Ilja Ehrenburg nachsagt, Stalin >fanatisch< verehrt und zu seiner Politik geschwiegen zu haben, weiß nicht, dass Ehrenburg sowohl gegen den Hitler-Stalin-Pakt als auch gegen eine vermutete Deportation der sowjetischen Juden auftrat sowie gegen Übergriffe der Roten Armee auf die deutsche Zivilbevölkerung protestierte und dafür mit Publikationsverbot und der Androhung seiner Liquidation büßen musste. Ein Bundestagsabgeordneter der CDU aus MV, der Ehrenburg vorwirft, zum unterschiedslosen Töten von Deutschen gehetzt zu haben, setzt sich durch unvollständige Textkenntnis dem Verdacht aus, sich aus Quellen zu bedienen, die auch von Faschisten für ihre >Argumentationen< genutzt werden. Alle geben vor, Ehrenburgs Kriegspublizistik zu kennen, obwohl noch keiner seiner Kriegsartikel in deutscher Übersetzung gedruckt vorliegt. Alle sprechen von Beweisen für die Wirkungen der Kriegspublizistik von Ehrenburg und ignorieren ein Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte München, das schon vor Jahren nachgewiesen hat, dass der Vorwurf, Ilja Ehrenburg habe zur Vergewaltigung deutscher Frauen aufgerufen, einer faschistischen Propagandalüge entstammt.

Dabei gibt es Gelegenheiten genug, sich über Ilja Ehrenburg zu informieren: Seit 2007 arbeitet in Rostock unsere Initiative. Wir informieren über Leben und Werk Ilja Ehrenburgs und fördern das Gedenken an seine Person. Dazu haben wir 2007-2008 eine Veranstaltungsreihe über Ilja Ehrenburg organisiert, geben Publikationen heraus und konnten 2009 die Ausstellung >Ilja Ehrenburg und die Deutschen<, mit der das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst nach seiner Neukonzipierung wiedereröffnet wurde, nach Rostock holen. In der Zeit der Ausstellung fand eine Podiumsdiskussion mit Kandidaten zur Kommunalwahl 2009 über den Straßennamen statt, auf der sich niemand für eine Umbenennung aussprach. Nach einer Verlängerung wurde die Ausstellung nach Kopenhagen übernommen und durch das dortige Literaturhaus ein hochkarätiges Begleitprogramm organisiert. Wir verfügen über Sprachkompetenz und können über beliebige Texte Ilja Ehrenburgs Auskunft geben.

Ilja Ehrenburg setzte sich sein ganzes Leben lang gegen jede Art der Verfolgung von Juden ein. Die zweite Konstante seines Lebens war sein konsequenter Antifaschismus. Seine Kriegspublizistik fußte auf seinen persönlichen Erfahrungen mit dem Faschismus bereits aus dem Deutschland der zwanziger Jahre, aus dem faschistischen Putsch und seiner ausländischen Unterstützung in Spanien 1936-1939 und aus dem Fall von Paris. Die Angriffe in seinen Kriegsartikeln, die sich von denen der Kriegspublizisten an allen Fronten allenfalls durch ihre höhere literarische Qualität unterschieden, galten den faschistischen Aggressoren und ihrem Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Wer darüber nicht spricht, schweigt über die faschistische deutsche Vergangenheit und ebnet einer weiteren Ausbreitung geschichtsrevisionistischen und neofaschistischen Gedankenguts in der Gesellschaft den Weg. Die Initiative Ilja Ehrenburg wird in den nächsten Tagen ihre Unterstützer aus Wissenschaft, Kunst und Politik im In- und Ausland über die Vorgänge in Rostock informieren.

Neonazis werben für Studium in Mecklenburg-Vorpommern

Gegenüber Studenten mit extrem rechter Gesinnung bleibt die Uni Rostock untätig

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 vom 29. Juni 2010

Da Neonazis an den Universitäten und Fachhochschulen nahezu unbehelligt studieren können, wirbt eine NPD-Internetseite bei Gleichgesinnten für ein Studium in Mecklenburg-Vorpommern. Die Meldung auf dem Internetportal „Mupinfo“ ist eine Reaktion auf Flugblätter, die am 22. Juni in den Räumen der Universität auftauchten und auf die neonazistischen Aktivitäten von zwei Studenten hingewiesen hatten.

Die Flugblätter, die in der letzten Woche an den Instituten für Germanistik und Geschichte sowie dem Institut für Immunologie verteilt wurden, richten sich gegen die immatrikulierten Studenten Anita S. und Ragnar Dam. Beide waren bis zu ihrem Verbot in der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) aktiv und bewegen sich weiterhin in den alten Strukturen. Gemeinsam mit NPD- und früheren HDJ-Aktivisten verteilten sie im letzten Jahr Flugblätter gegen das „Festival der Demokratie“ in Wismar. Ragnar Dam beteiligte sich zudem in den letzten Monaten an zahlreichen rechtsextremen Großveranstaltungen wie in Dresden oder Pößneck, aber auch an diversen Aktivitäten der NPD in Mecklenburg-Vorpommern.

Vor dem HDJ-Verbot galt er als Chef der „Leitstelle Nord“ und wirkte maßgeblich an der Freizeitgestaltung von Zeltlagern mit, bei denen Kinder und Jugendliche militärisch gedrillt und in nationalsozialistischer Weltanschauung unterrichtet wurden. Im Januar 2007 hielt er in Niedersachsen vor zum Teil Minderjährigen eine „Rasseschulung“ ab, die laut Verfassungsschutz „auf einer Lehrgangsplanung für den Führernachwuchs der Waffen-SS“ basierte. Anschließend zeigte er den antisemitischen NS-Propagandafilm „Der ewige Jude“. Das Berliner Landesgericht verurteilte Ragnar Dam im Mai 2010 unter anderem wegen Volksverhetzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. Laut Medienberichten hatte er sich eine geringere Strafe erhofft, damit seine Promotion nicht gefährdet ist.

Nachdem bereits 2008 bekannt geworden war, dass Dam an der Universität Greifswald sein Diplom mache, gab es noch öffentliche Stellungnahmen von Prorektor, Pressesprecher und Professoren. Wahrnehmbare Reaktionen seitens der Universität Rostock auf die Neonazi-Aktivitäten von Ragnar Dam und Anita S. blieben jedoch aus. Auch das Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften, das regelmäßig durch Forschungsarbeiten über Rechtsextremismus in MV auf sich aufmerksam macht, zeigt bisher kein Interesse an einer hochschulpolitischen Debatte. Auf der NPD-Internetseite „Mupinfo“ nehmen Neonazis die ausbleibenden Reaktionen nun zum Anlass, sich als „vollauf integriert, gesellschaftsfähig und beinahe modern“ zu präsentieren. Für ein Studium an den Hochschulen des Landes werbend, heißt es dort weiter: Man könne hier „in einem angenehmen Umfeld unter zahlreichen Gleichgesinnten weitgehend ungestört seinen Studien nachgehen“ und würde gar Solidarität durch die Kommilitonen erfahren.

„Universitätsleitung und Studierendenschaft verweigern sich einer wahrnehmbaren Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Sexismus“, kritisiert Caroline Jürgens von der Antifa A3: „Bereits in den Vorjahren gab es Diskussionen um Neonazis an der Hochschule, ohne dass dies zu einer breiteren Auseinandersetzung oder klaren Positionierung geführt hat. Zudem wurde der rechten Politsekte um den Ahriman-Verlag in diesem Jahr bereits zweimal ein Podium in den Räumen der Universität geboten. Die universitären Gremien können sich der Diskussion nicht länger entziehen. Sie sind gut beraten, der Propagierung menschenverachtender Ideologien klare Grenzen zu setzen.“

Flugblätter enttarnen Neonazi-Aktivisten

An der Rostocker Universität können Neonazis unbehelligt ihrem Studium nachgehen

Zwei Neonazis, die sich in der mittlerweile verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ organisierten, studieren derzeit an der Universität Rostock. An den entsprechenden Instituten finden seit dem 22. Juni Flugblätter ihre Verbreitung, die über die neonazistischen Aktivitäten von Anita S. und Ragnar Dam informieren. Letzterer wurde jüngst wegen Volksverhetzung verurteilt. Während sich universitäre Gremien in Stillschweigen hüllen, werben Neonazis im Internet bei ihresgleichen für ein Studium an den Hochschulen des Landes.

Der „Wolf im Schafspelz“

Als Neonazi- und frühere HDJ-Aktivistin weisen Flugblätter, die an den Instituten für Geschichte sowie Germanistik verteilt wurden, die Studentin Anita S. aus. Auf der Internetplattform Studi-VZ posierte sie auf einem Foto mit einem Karabiner vor einem erlegten Bullen. Sie selbst bezeichnete sich dort als „Wolf im Schafspelz“. Gleichwohl falle Anita S. in Seminaren an der Universität Rostock durch ihr reaktionäres Weltbild auf. Auch hinter dem Thorshammer, den sie trage, stecke laut der namenlos verbreiteten Mitteilung mehr als ein Faible für germanische Mythologie.

Anita S. sei nicht nur mehrfach Teilnehmerin von Zeltlagern der HDJ gewesen, sondern „tief in jene Neonazi-Strukturen involviert“. Auch nach dem Organisationsverbot soll sie Kontakt zu deren Kadern pflegen. Explizit genannt werden David Petereit und Ragnar Dam. Im Mai 2009 verteilten die drei mit weiteren NPD- und früheren HDJ-Aktivisten – die sich vor Ort in Clownskostümen und mit dem Transparent „Willkommen in Multikultopia“ präsentierten – Flugblätter gegen das „Festival der Demokratie“. Passend dazu tummelte sich S. im Internet im sogenannten „Bündnis für Tolerie und Demokranz“. Ihre enge Bindung an die Rostocker Neonazi-Szene demonstrierte Anita S. auch nach dem „Outing“ an der Hochschule. Die NPD-Internetseite „Mupinfo“, für die Petereit verantwortlich zeichnet, bot ihr Raum für eine kurze Stellungnahme.

Ein Rassenideologe auf den Spuren der Waffen-SS

Ragnar Dam, der am Institut für Immunologie promoviert, äußerte sich bisher nicht öffentlich zu dem unverhofften „Outing“. Auch auf Dams Internetseite, die Auskunft über seinen wissenschaftlichen und beruflichen Werdegang gibt, sucht man vergeblich nach Hinweisen auf seine politische Laufbahn. Kleinlaut und reumütig gab er sich kürzlich vor dem Landgericht Berlin: In einer Erklärung, die er durch seinen Anwalt verlesen ließ, sprach er bezüglich seiner Aktivitäten in der HDJ von einer „Sturm-und-Drang-Zeit“, in der er „nicht viel nachgedacht, sondern mitgemacht“ habe.

Das Denken müsste Ragnar Dam demnach anhaltend schwer fallen, kann der 26jährige doch bereits auf eine langjährige und ebenso nicht endende neonazistische „Karriere“ zurückblicken. In den letzten Monaten zeigte sich Dam auf rechtsextremen Großveranstaltungen wie der Demonstration zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens und dem Rechtsrock-Festival „Fest der Völker“ in Pößneck. Auch bei der Eröffnung des NPD-Bürgerbüros in Grevesmühlen im April 2010 war er vor Ort. Im November 2009 demonstrierte Ragnar Dam mit über 200 Neonazis in Stralsund gegen den „alliierten Bombenterror“ und trat dabei als Trommler auf.

Faksimile: Ragnar Dam am 24. Oktober 2009 auf einer NPD-Demonstration in Stralsund.

Vor dem Verbot der HDJ galt Dam als Chef der sogenannten „Leitstelle Nord“ für Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In dieser Funktion hat er maßgeblich an der Freizeitgestaltung in den Zeltlagern der HDJ mitgewirkt. Beim „Pimpfenlager“ im mecklenburg-vorpommerschen Költzin gehörten dazu etwa das Basteln von Hakenkreuzmasken sowie uniformierte Fackelmärsche. Bei einer „Julfeier“ im Januar 2007 im niedersächsischen Georgsmarienhütte schulte Ragnar Dam zum Teil Minderjährige in nationalsozialistischer Ideologie. Sein zutiefst rassistischer, antisemitischer und heterophober Schulungsvortrag über die „deutsche Volksgemeinschaft“, die Dam durch „Kaffer“, „langnasige Freunde“ und „Erbkranke“ gefährdet sehe, basierte laut Verfassungsschutz „auf einer Lehrgangsplanung für den Führernachwuchs der Waffen-SS“. Im Anschluss zeigte Dam den Anwesenden den NS-Propagandafilm „Der ewige Jude“ von 1940, der die Öffentlichkeit seinerzeit auf die Vernichtung der europäischen Juden einstimmen sollte. Vor dem Berliner Landgericht wurde Ragnar Dam im Mai 2010 unter anderem wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Wie Dam, der bereits ein abgeschlossenes Biologiestudium vorweisen kann, „mit solcher Bildung ernsthaft solche Rasseideologien vertreten kann“, blieb dem zuständigen Staatsanwalt rätselhaft. Laut der aktuellen Ausgabe des „Antifaschistischen Infoblattes“ (AIB #87) erhoffte sich Neonazi Dam eine geringere Strafe, damit seine Promotion nicht gefährdet ist.

Klare Positionierung der Universität Rostock gefordert

Es obliege der „Verantwortung der Universität Rostock, ob sie einen ideologisch gefestigten Rassisten weiterhin eine Promotion im Fach Biologie ermöglichen will, der Rassenkunde betreibt und sich auf pseudowissenschaftliche Biologen stützt“, heißt es in dem an der Universität verbreiteten Papier über den Promovenden Dam. Öffentlich wahrnehmbare Reaktionen seitens der Universitätsleitung sowie auch der Studierendenschaft auf die Neonazi-Aktivitäten von Ragnar Dam und Anita S. blieben bisher aus. Dabei wurde die Forderung, nach einer klaren Positionierung der Universität gegen Rassismus, Sexismus und Antisemitismus bereits im Zuge des Bildungsstreiks im November des Vorjahres laut und an die universitären Gremien herangetragen. Nachdem 2008 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden war, dass Dam an der Universität Greifswald sein Diplom mache, gab es immerhin eine Auseinandersetzung an der Universität sowie Stellungnahmen von Prorektor, Pressesprecher und Professoren.

NPD-Internetseite wirbt bei „nationalen Hochschülern“ für Studium in MV

Das Neonaziportal „Mupinfo“ weiß für die vergangenen Jahre fünf ähnliche „Outing“-Aktionen an der Universität Rostock zu vermelden und schwadroniert in diesem Zusammenhang von „Solidarisierungseffekte[n] im Kommilitonenkreis“. Michael F., der auch als Autor auf der Internetseite auftritt, vormals als Kopf der „Nationalen Sozialisten Rostock“ galt und an der Rostocker Universität im ersten Semester Politik- und Rechtswissenschaften studierte, konnte solche Solidarisierungseffekte offenbar nicht für sich geltend machen. Nachdem seine neonazistischen Aktivitäten Ende 2008 an der Hochschule öffentlich gemacht wurden, war F. immer seltener dort anzutreffen. Ähnlich schwierig gestaltete sich das Studium für ein Mitglied der „Akademischen Landsmannschaft Baltia Rostock“, nachdem sich ebenfalls 2008 unter Studierenden die Nachricht verbreitete, dass der Politikwissenschafts- und Geschichtsstudent Kai O. mit Wehrmachtsdevotionalien und einem T-Shirt der Neonazi-Band „Blue Eyed Devils“ im Internet posierte. Bereits zwei Jahre zuvor wurde der Multifunktionär David Petereit an der Universität „geoutet, der seinerzeit im vierten Semester Jura studierte und seit der Kommunalwahl 2009 die Wählerschaft der NPD in der Rostocker Bürgerschaft vertritt.

Unabhängig vom Engagement Einzelner, verhielt sich die Universität Rostock in all diesen Fällen nicht zu ihren Studierenden mit extrem rechter Gesinnung. Verbunden mit dem Aufruf an die rechtsextreme Klientel an den Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns zu studieren, heißt es auf „Mupinfo“: Man könne hier „in einem angenehmen Umfeld unter zahlreichen Gleichgesinnten weitgehend ungestört seinen Studien nachgehen“. Der Universität ist anzuraten, diesem Ungestörtsein von Neonazis endlich Grenzen zu setzen.

Podium für rechte Politsekte

Umstrittener Ahriman-Verlag wirbt mit Vorträgen an der Universität Rostock

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 vom 10. Juni 2010

Mit Plakaten und Flugzetteln wird in der Rostocker Innenstadt derzeit für einen Vortrag über die Psychoanalyse Sigmund Freuds in den Räumen der Universität geworben. Für die am 12. Juni geplante Veranstaltung mit Peter Priskil zeichnet der Ahriman-Verlag mit Sitz in Freiburg verantwortlich, der seit Jahren für seine menschenverachtenden Positionen in der Kritik steht. Mit Fritz Erik Hoevels gastierte der umstrittene und mit dem „Bund gegen Anpassung“ (BgA) verwobene Verlag bereits Ende Februar an der Universität. Die Antifa A3 Rostock fordert die Universitätsleitung auf, umgehend aktiv zu werden und die Veranstaltung zu unterbinden.

Ein Blick auf die Internetseite des Verlages hätte wohl ausgereicht, um die Veranstaltung mit der Politsekte zu verhindern, die abermals in die Universitätsräume einzudringen droht. „Zensur-Anschlag auf die ‚Ketzerbriefe’“, heißt es dort. Gemeint ist eine Ausgabe der Zeitschrift, in der die Gruppierung einen „neue[n] Kinderschänder-Wahn“ beklagt und sich in der Verharmlosung sexuellen Missbrauchs an Kindern übt. Der entsprechenden Publikation aus dem Ahriman-Verlag droht nun die Indizierung durch die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“. Der von Hoevels und anderen gegründete „Bund gegen Anpassung“ – der seine Schriften durch den Ahriman-Verlag vertreibt – ist eine Nachfolgeorganisation der „Marxistisch-Reichistischen-Initiative“. Unter Berufung auf Theoretiker wie Marx und Freud verleiht sich die Gruppierung ein scheinbar linkes Selbstverständnis, das sie selbst in folgenden Schlagworten umreißt: „Geburtenkontrolle, Arbeitszeitverkürzung, Gleichheit weltweit!“ Ideologie und vermeintliche Systemkritik vermittelt die Politsekte mittels Feindbildkonstruktionen und verharmlosender NS-Vergleiche. Dabei sucht sie auch den Schulterschluss zur „Neuen Rechten“.

Mehrfach bezog sich der BgA in diversen Publikationen positiv auf „Die Republikaner“ (REP) und erfreute sich an ihren Wahlerfolgen. In einem Offenen Brief an die REP wetterte die Gruppe gegen „Nationalmasochismus“, „Erbschuldmystik“ sowie ein „Naturrecht auf deutsche Pässe“. Unter Verweis auf politische Schnittmengen, forderte sie Anhänger der extremen Rechten zum Dialog auf. Das Prädikat „faschistisch“ hatte sich die Gruppierung bereits eingeholt, als sie Mitte der 1980er Jahre u.a. die Zwangstätowierung von AIDS-Kranken im Schambereich einforderte. Die extrem rechte Monatszeitschrift „Nation Europa“ sah in dem eigens hierfür gegründeten „Verein zur Aids-Verhütung“ ein nachahmenswertes Beispiel. Die linke Zeitschrift „Konkret“ weigerte sich 1988 Anzeigen des Ahriman-Verlages zu schalten: Nach Ansicht des Chefredakteurs laufe die von der Politsekte propagierte „Bevölkerungsreduktion“ auf „Genozid, Selektion, Euthanasie“ hinaus.

Unliebsame Gäste von Veranstaltungen des BgA wurden laut Medienberichten in der Vergangenheit foto- und videografiert, bisweilen auch gewaltsam attackiert. In der Öffentlichkeit präsentiert sich die Gruppe als Opfer von Zensur.

„Die Politsekte um den Ahriman-Verlag stilisiert sich zu einer verfolgten Minderheit, die über jede Kritik erhaben sei. Gleichwohl macht sie in ihren Schriften aus ihren Ungleichwertigkeitsideologien keinen Hehl“, so Lukas Strübl von der Antifa A3: „Wir fordern die Universitätsleitung auf, sich unmissverständlich von dieser menschenverachtenden Propaganda zu distanzieren und eine wiederholte Raumvergabe unverzüglich zu unterbinden. An der Universität Rostock darf kein Raum für extrem rechte Ideologien sein.“

Erneut rechtsextremes Lager für Kinder in Mecklenburg-Vorpommern

Völkisch-bündischer „Sturmvogel“ konnte ungestört Neujahrs-Camp in Neuhof veranstalten

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 vom 02. Januar 2010

Zum wiederholten Mal hat in Mecklenburg-Vorpommern ein einwöchiges Camp einer rechtsextremen Gruppierung ungestört stattfinden können. Vom 27. Dezember bis zum 01. Januar nahmen in der Jugend- und Freizeitstätte Recknitzberg bis zu 40 Kinder und Betreuer an der Veranstaltung des „Sturmvogels“ teil, einer rechtsextremen Gruppierung, die sich der ideologischen Erziehung von Kindern verschrieben hat. Weithin sichtbar wehte die „Sturmvogel“-Fahne über das Camp, zu dem sich in Uniformen gehüllte Kinder und minderjährige Jugendliche aus ganz Norddeutschland, viele aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg, in Neuhof (Gemeinde Grammow, Landkreis Bad Doberan) eingefunden hatten.

„Nur auf den ersten Blick kann man die Mitglieder des ‚Sturmvogels‘ mit Pfadfindern verwechseln“, teilt Caroline Jürgens, Pressesprecherin der Antifaschistischen Gruppe A3 Rostock, mit. „Wer genauer auf die Uniformierung der Jungen und die Röcke der Mädchen, auf die Symbole und die Inhalte achtet, erkennt hinter der Gruppierung die Tradition völkisch-nationalistischer Organisationen des extrem rechten Spektrums.“

Wie auch die mittlerweile verbotene „Heimattreue Deutsche Jugend“ mit ihren intensiven Überschneidungen zur Neonazi-Szene und zur NPD stammt der „Sturmvogel“ aus der Anfang der 1990er Jahre gleichfalls verbotenen „Wiking-Jugend“. Die verschiedensten Gruppierungen dienen der in sich geschlossenen rechten Szene als Ort, um ihre Kinder mit Gleichgesinnten zusammenzubringen und ihnen frühzeitig ein rassistisches, nationalistisches und anti-demokratisches Weltbild zu vermitteln. Mit Wanderungen, Sportaktivitäten und Kraftmärschen nehmen die Camps zuweilen den Charakter von Wehrsportlagern an.

Um der Beobachtung durch die Öffentlichkeit und Verfassungsschutzbehörden zu entgehen, ist der „Sturmvogel“ streng klandestin organisiert und lässt Veranstaltungshinweise und Publikationen nur Mitgliedern zukommen. Aus diesen geht hervor, dass er sich eng an die Blut-und-Boden-Tradition von Bünden der Vorkriegszeit anlehnt, die eine Rückkehr zu vermeintlichen „germanischen“ Traditionen predigten und die ideelle und personelle Basis des Nationalsozialismus bildeten. Seit der Gründung des „Sturmvogels“ aus der „Wiking-Jugend“ heraus gab es vielfältige Verbindungen zur NPD und anderen rechtsextremen Organisationen.

„Hinter den Uniformen von Gruppen wie dem ‚Sturmvogel‘, der ‚Heimattreuen Deutschen Jugend‘ oder auch dem ‚Heimatbund Pommern‘ verbirgt sich eine weitreichende rechte Parallelwelt“, so Tobias Albrecht, Pressesprecher der Antifa A3 Rostock, weiter. „Systematisch werden Kinder hier an die menschenverachtende Ideologie des Rechtsextremismus herangeführt, um nicht nur die Basis, sondern auch die Elite einer politischen Bewegung zu bilden. Dies macht einmal mehr deutlich, dass die Auseinandersetzung gegen Rechts auf allen gesellschaftlichen Ebenen geführt werden muss.“

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„Siedeln mit historischem Bewusstsein“
Aktueller Bericht der Landesweiten Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt (Lobbi e.V.) über völkische Siedlungsbewegungen in MV.

„Deutscher Jugendbund – Sturmvogel“
Überblicksprofil zum „Sturmvogel“ beim Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz e.V.).

Linke Gruppen und Vereine laden zum Ajuca

6. Alternatives Jugendcamp auf dem ehem. Militärflugplatz in Lärz

Mit dem Ziel das politische und gesellschaftliche Engagement von Jugendlichen im ländlichen Raum zu fördern und zivilgesellschaftliche Strukturen in Mecklenburg- Vorpommern zu stärken, lädt ein breites Bündnis von linken Gruppen und Vereinen zum sechsten Alternativen Jugendcamp (Ajuca) nach Lärz im Landkreis Müritz. Vom 19. bis zum 23. August erwartet Jugendliche aus dem gesamten Bundesland eine Vielzahl von Vortragsveranstaltungen und Workshops zu politischer Theorie und Praxis.

Auf der Agenda der fünftägigen Veranstaltungsreihe stehen neben der Auseinandersetzung mit Sexismus, staatlicher „Sicherheitspolitik“ und Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern sowie antifaschistischen Interventionsmöglichkeiten auch eine Reihe ökologischer Themen. Während der Rostocker Verein Soziale Bildung e.V. mit Teilnehmern des Jugendcamps unter anderem der Frage nachgehen möchte, „wie viel Nazi“ in Bioessen steckt, beleuchten weitere Vorträge Hintergründe über rechtsextreme Siedlungsbewegungen nach dem historischen Vorbild der Artamanen im Raum Güstrow und den geplanten Bau der größten Schweinemastanlage Europas und die vielfältigen Gegenproteste im Kreis Demmin.

Wie bereits im Vorjahr soll das Ajuca 2009 mit einer Exkursion in das nahe liegende Dorf Retzow auch einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der lokalen NS-Geschichte und dem einst militärisch genutzten Campgelände leisten. Als Bestandteil der bundesweit bedeutenden Erprobungsstelle der Luftwaffe in Rechlin wurde dort 1944 ein Außenlager des KZ Ravensbrück errichtet, in dem bis zu 3.000 jüdische Frauen unter unmenschlichen Bedingungen und zum Ausbau des Flughafenareals Zwangsarbeit verrichten mussten.

Informationsveranstaltungen zum Demonstrationsrecht und der Organisation von Konzerten, oder Workshops die der Vernetzung auf kommunaler Ebene oder der grafischen Gestaltung von Informationsmaterial dienen, sollen zudem helfen, vorhandene Kompetenzen zu schärfen und die politische Partizipation Jugendlicher auch über das Camp hinaus zu stärken. „Die thematische Angebotsvielfalt und ein allabendliches Kultur- und Unterhaltungsprogramm dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Organisation und Durchführung des Camps von den Teilnehmern selbst getragen wird“, wie Pressesprecherin Emelie Leipold erklärt: „Das Ajuca lebt von Beteiligung, Selbstorganisation und dem Freiraum in Eigeninitiative politische Diskussionen und Veranstaltungen anzuregen.“

Anders als in den Vorjahren wird das von Vereinen und Initiativen aus der selbstverwalteten Jugendarbeit und der politischen Bildung getragene Ajuca fünf statt der bisherigen vier Tage andauern. Als Unkostenbeitrag für die vegane Verpflegung entfallen etwa fünf Euro pro Tag. Für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln steht ein kostenloser Shuttle Service zwischen dem Bahnhof Mirow und dem Campgelände zur Verfügung. Interessierte werden um eine Anmeldung gebeten. Weitere Informationen: www.ajuca.de | info@ajuca.de

„Nazis aus dem Viertel jagen!“

::: Antifaschistische-Demo am 18. Juli nach brutalem Naziübergriff :::
Nazis aus dem Viertel jagen! | Euer Terror bleibt nicht ungestraft!

Am frühen Sonntagmorgen (12.7.) verletzten vier Neonazis einen 22jähirgen Neuköllner am S-Bhf. Frankfurter Allee lebensgefährlich. Die Neonazis pöbelten willkürlich Passanten an, die sich im Gang zwischen S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee befanden. Schlugen und traten um sich. Bis sie letztlich in dem 22-jährigen linken Jugendlichen, der auf dem Weg zur S-Bahn war, ihr Opfer fanden. Auf diesen prügelten die vier Männer so lange ein, bis er das Bewusstsein verlor. Aus diesem Anlass wird am kommenden Samstag eine große Bündnis-Demonstration gegen Nazi-Terror in Friedrichshain stattfinden. Kommt alle!

Antifa-Demo:
Sa. 18. Juli 09 | 18:00 | Bersarin Platz | Friedrichshain

Soliparty für den Angegriffenen:
Sa. 24. Juli 09 | 23:00 | Köpi | Köpenickerstr. 137 | Mitte

Aufruf | Flyer | Plakat