„Verantwortung denken. Erinnerung schaffen.“

Antifaschistische und Antirassistische Gruppen erinnern mit einer Veranstaltungsreihe an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen
Eine Pressemitteilung der Initiative „Lichtenhagen begreifen“ vom 28. August 2007

Die sechswöchige Veranstaltungsreihe „Verantwortung denken. Erinnerung schaffen.“ zur Erinnerung an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen wird am Dienstag, dem 29.08.2007, von der Initiative „Lichtenhagen begreifen“ im Waldemarhof eröffnet. Zur Auftaktveranstaltung wird Augenzeuge Ols Weidmann die Ereignisse schildern und die damalige Situation bewerten.

Rechtsanwalt Ols Weidmann wurde 1992 in den angegriffenen Häusern Augenzeuge und Betroffener der Ausschreitungen. Im Waldemarhof, in der Waldemarstraße 33, wird er um 20 Uhr von seinen Erfahrungen berichten und die damalige Situation bewerten. Im Anschluss wird der Dokumentarfilm „The truth lies in Rostock“ gezeigt.

„Aktuelle Vorfälle in Mügeln und Bützow zeigen, dass die stetige Erinnerung an das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit neonazistischer Gewalt und Rassismus notwendig ist,“ erklärt Pressesprecher Lukas Strübl: „Es kann nicht sein, dass 15 Jahre nach den Ausschreitungen in Rostock wieder Menschen, unter den Augen vieler Anwohner, von Neonazis durch die Straßen gehetzt werden, während Polizei und Behörden untätig bleiben“.
Auch Pressesprecherin Corinna Hirsch fordert mehr Zivilcourage: „‚Lichtenhagen ´92’ bleibt ein Symbol für das Umschlagen von Rassismus und Nationalismus in mörderische Gewalt, für die fortdauernde Ausgrenzungspolitik gegenüber Migrantinnen und Migranten und nicht zuletzt für Verdrängung und Schlussstrichmentalität angesichts der kollektiven Scham über das Pogrom“.

Im August 1992 griffen über mehrere Tage hinweg hunderte Neonazis, unter dem Beifall tausender Anwohnerinnen und Anwohner, die zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber und das benachbarte Wohnheim im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. In Erinnerung an dieses menschenverachtende Ereignis initiiert ein Bündnis antifaschistischer und antirassistischer Gruppen die Veranstaltungsreihe „Verantwortung denken, Erinnerung schaffen“. Vom 29. August bis zum 4. Oktober 2007 thematisieren vielfältige Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen mit namhaften Referentinnen und Referenten die Geschehnisse von 1992 und beleuchten die Hintergründe des Pogroms.

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„Verantwortung denken. Erinnerung schaffen.'‘
Flyer zur Veranstaltungsreihe

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2 Antworten auf “„Verantwortung denken. Erinnerung schaffen.“”


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  2. 2 „NPD-Verbot ist das Gegenteil von Auseinandersetzung“ | Antifaschistische Gruppe A3 Pingback am 05. September 2007 um 16:38 Uhr
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