Aus der ‚Mitte der Gesellschaft’

Initiative „Lichtenhagen begreifen“ diskutiert Rassismus und NPD-Verbot
Eine Pressemitteilung der Initiative “Lichtenhagen begreifen” vom 03.09.2007

Freerk Huisken, Professor an der Universität Bremen, wird in Zusammenarbeit mit der Initiative ‚Lichtenhagen begreifen’ am Dienstag, den 04. September 2007, über Rassismus aus der ‚Mitte der Gesellschaft’ referieren. Die Veranstaltung „Warum Demokraten die (Neo-)Faschisten nur verbieten, nicht aber kritisieren können“ beginnt um 19 Uhr im Institut der Physik am Universitätsplatz 3.

Huisken wird der Frage nachgehen, inwieweit das demokratische Deutschland den Rassismus, aus dem Neonazis den Nährboden für ihre menschenverachtende Propaganda ziehen, selbst hervorbringt und wie der Umgang mit rechtsextremen Parteien wie der NPD zu bewerten ist.
„Wenn demokratische Volksparteien den ‚rechten Rand’ besetzen und so neo-faschistischen Parteien die Wähler abspenstig machen wollen und wenn Demokraten als Mittel gegen die neuen faschistischen Parteien nur einfällt, was Faschisten gegen demokratische Parteien eingefallen ist, nämlich das Verbot, dann gilt es einmal unvoreingenommen zu prüfen, ob wirklich den ‚Anfängen zu wehren’, also die Demokratie vor Faschisten zu schützen ist,“ so Huisken.
Freerk Huisken veröffentlichte unter anderem „Deutsche Lehren aus Rostock und Mölln“ und „Brandstifter als Feuerwehr: Die Rechtsextremismus-Kampagne“.

Unter dem Beifall von tausenden, schaulustigen Anwohnern und nahezu unbehelligt von der Polizei kam es im August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen zu den massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nachdem Asylbewerber monatelang gezwungen waren, ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen und Nahrungsmitteln, vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZAst) zu kampieren, begannen, die zuvor in der Lokalpresse angekündigten, pogromartigen Ausschreitungen auf eine Flüchtlingsunterkunft und ein benachbartes Wohnheim von Vertragsarbeitern aus Vietnam.

Die Initiative „Lichtenhagen begreifen“ erinnert mit der Veranstaltungsreihe „Verantwortung denken. Erinnerung schaffen.“ an das Pogrom von 1992. Namhafte Referentinnen und Referenten werden vom 29. August bis zum 4. Oktober 2007 in Vorträgen und Diskussionsrunden die Hintergründe des Pogroms beleuchten und sich kritisch mit der bisherigen Aufarbeitung auseinandersetzen.

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Freerk Huisken
Texte, Termine und weitere Informationen von und über Huisken

“Verantwortung denken. Erinnerung schaffen.‘’
Flyer zur Veranstaltungsreihe

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