„Jüdischer Schwejk – russischer Schelm?“

Eine Veranstaltungsankündigung der Initiative „Ilja Ehrenburg“*

Zum Auftakt einer Veranstaltungsreihe über das Leben und Werk Ilja Ehrenburgs liest Prof. Dr. Jochanan Trilse-Finkelstein (Berlin) am Freitag, dem 12. Oktober 2007, aus Ehrenburgs satirischem Roman: “Das bewegte Leben des Lasik Roitschwantz”. Die Lesung beginnt um 19.00 Uhr im Max-Samuel-Haus (Schillerplatz 10).

Wer war Ilja Ehrenburg?
Der 1891 in Kiew geborene russischsprachige jüdische Schriftsteller war Autor der größten – dreibändigen – Epopöe über den Zweiten Weltkrieg in Europa: “Der Fall von Paris” (1942), “Sturm” (1947), “Die neunte Woge” (1952). Er verfasste wichtige Romane über die revolutionären Umbrüche im Sowjetrussland der 20-er und 30-er Jahre: “Die Abflussgasse” (1926), “Ohne Atempause” (1935). 1955 arbeitete er in “Tauwetter” Folgen der Stalinzeit auf. Des Weiteren schrieb er zahlreiche kapitalismuskritische Bücher: “Die ungewöhnlichen Abenteuer des Julio Jurenito und seiner Jünger” (1921) oder “Das Leben der Autos” (1929-1935). Ehrenburg nahm am Spanischen Bürgerkrieg teil und beschrieb ihn in einer Vielzahl von Reportagen. Er war an vielen Brennpunkten internationaler Konflikte, sprach mehrere Sprachen (perfekt französisch), lebte über mehrere Zeitabschnitte in Paris. Zudem schrieb er glänzende Essays über Literatur. Sein Zeitalter besichtigte er in seinen tiefgreifenden Memoiren “Menschen Jahre Leben” (in vier Bänden, 1960 ff.). 1953 verweigerte er seine Unterschrift unter Stalins Plan zur Deportation sowjetischer Juden. Als sein poetischstes und vergnüglichstes, dabei widerständisches Werk gilt “Lasik Roitschwantz”.

Über den Lesenden:
Prof. Dr. Jochanan Trilse-Finkelstein ist ein namhafter Literaturwissenschaftler, Heine-Biograph (Heinrich Heine, gelebter Widerspruch: eine Biographie. Berlin 2001) und Verfasser wichtiger Werke zum Theater. 27 Mitglieder seiner Familie wurden im Holocaust getötet. Er ist Mitbegründer des Jüdischen Kulturvereins Berlin und noch heute in seinem Vorstand aktiv.

Vor Beginn der Lesung erfolgt eine Einführung in die Veranstaltungsreihe, im Anschluss laden wir zur Diskussion ein.

*Die Initiative Ilja Ehrenburg arbeitet für die Erhaltung des Namens der Ilja-Ehrenburg-Straße in Rostock-Toitenwinkel. Sie informiert über Leben und Werk des sowjetischen Schriftstellers und Publizisten und fördert das Gedenken an seine Person.
Mitglieder der Initiative Ilja Ehrenburg: Antifaschistische Gruppe A3, LI*MO, DIE LINKE. Kreisverband Rostock, VVN-BdA Basisorganisation Rostock, Rostocker Friedensbündnis und Einzelpersonen.

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„Jüdischer Schwejk – russischer Schelm?“
Veranstaltungsflyer der Initiative „Ilja Ehrenburg“.

Ilja-Ehrenburg-Straße muss ihren Namen behalten!
Offener Brief an die Hansestadt Rostock und eine Unterschriftenliste zum Erhalt der Ilja-Ehrenburg-Straße.

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