„Das Schwarzbuch“ – Wirkung und Entstehung

Eine Veranstaltungsankündigung der Initiative Ilja Ehrenburg*

Am Freitag, dem 9.11. – Tag des Gedenkens an die Pogrome im faschistischen Deutschland 1938 – werden Dr. Ruth und Prof. Dr. Heinz Deutschland über die Entstehung und Wirkung von Ilja Ehrenburgs: „Das Schwarzbuch. Der Genozid an den sowjetischen Juden“ referieren. Auszüge aus dem „Schwarzbuch“ liest Manfred Keiper.
Der Abend mit Vortrag, Lesung und anschließender Diskussion beginnt um 20 Uhr in der „anderen buchhandlung“ (Wismarsche Str. 6/7).

Ilja Ehrenburg: „Das Schwarzbuch. Der Genozid an den sowjetischen Juden“
Während des faschistischen Aggressionskrieges gegen die Sowjetunion 1941-1945 schickten sowjetische Frontkämpfer Dokumente und Briefe über ihre Erlebnisse an den vielgelesenen Kriegspublizisten Ilja Ehrenburg. Schon bald sammelten auf seine Anregung hin etwa vierzig Schriftsteller Berichte über den Genozid, den die faschistischen Aggressoren an der jüdischen Bevölkerung der besetzten sowjetischen Gebiete verübten. Die Texte schilderten Massaker wie das von Babi Jar, die Zustände in den Vernichtungslagern und viele einzelne Verbrechen an sowjetischen Juden. Ilja Ehrenburg fungierte zusammen mit seinem Kollegen Wassili Grossman als Herausgeber der Sammlung. In seinen Memoiren schrieb er: „Die Arbeit am ‚Schwarzbuch’ kostete mich nicht wenig Zeit, Kraft und Nerven. Zuweilen, wenn ich ein mir übersandtes Tagebuch las oder dem Bericht eines Augenzeugen lauschte, war mir, als sei ich selber im Ghetto, als fände gerade eine ‚Aktion’ statt und man jagte mich in eine Schlucht oder einen Graben.“
Die anfangs staatlich geförderte Publikation kam jedoch nicht zustande: 1948 wurde der Druck des „Schwarzbuches“ gestoppt und das Manuskript beschlagnahmt. Die erste russischsprachige Ausgabe erschien 1980 in Jerusalem. Die deutschsprachige Ausgabe bei Rowohlt 1994 ist die erste vollständige.

Über die Referenten und den Lesenden:
Dr. Ruth und Prof. Dr. Heinz Deutschland sind Historiker. Sie haben neben eigenen Veröffentlichungen Werke zur Geschichte der Sowjetunion und einzelnen ihrer politischen Persönlichkeiten übersetzt und herausgegeben. Ihre neueste Arbeit ist die Edition des Briefwechsels zwischen Käte und Hermann Duncker. In diesem Zusammenhang erinnern sie am 27.11. auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Rostock an die Berufung von Hermann Duncker zum Dekan an der Universität Rostock 1947. Manfred Keiper ist Inhaber der „anderen buchhandlung“.

Vor Beginn der Lesung erfolgt eine Einführung in die Veranstaltungsreihe, im Anschluss laden wir zur Diskussion ein.

*Die Initiative Ilja Ehrenburg arbeitet für die Erhaltung des Namens der Ilja-Ehrenburg-Straße in Rostock-Toitenwinkel. Sie informiert über Leben und Werk des sowjetischen Schriftstellers und Publizisten und fördert das Gedenken an seine Person.
Mitglieder der Initiative Ilja Ehrenburg: Antifaschistische Gruppe A3, LI*MO, DIE LINKE. Kreisverband Rostock, VVN-BdA Basisorganisation Rostock, Rostocker Friedensbündnis und Einzelpersonen.

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„Das Schwarzbuch“ – Wirkung und Entstehung
Veranstaltungsflyer der Initiative „Ilja Ehrenburg“.

Ilja-Ehrenburg-Straße muss ihren Namen behalten!
Offener Brief an die Hansestadt Rostock und eine Unterschriftenliste zum Erhalt der Ilja-Ehrenburg-Straße.

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