Gedenke – Vergiss nie!

Erst 43 Jahre nach Ende der NS-Diktatur wurde am ehemaligen Eingang der Jüdischen Synagoge zu Rostock eine Stele errichtet, die an die antisemitischen Ausschreitungen von 1938 und das Schicksal der Rostocker Jüdinnen und Juden erinnert.
Auf der die Inschrift ist zu lesen:
„Hier befand sich der Eingang der am 14. September 1902 geweihten Jüdischen Synagoge zu Rostock. Diese wurde in der Pogromnacht von Faschisten niedergebrannt. 11. November 1988.“

Im Gedenken an die Opfer der deutschen Barbarei
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die systematische Entrechtung und Verfolgung von Rostocker Jüdinnen und Juden bereits seit dem 30. März 1933, durch den Auftakt zum so genannten „Judenboykott“, vorangetrieben. Durchgesetzt wurde der Boykott von Geschäften und Warenhäusern, sowie Arzt- und Rechtsanwaltspraxen mittels scharfer Reglementierungen, brutaler Gewalt und Einschüchterungen von Truppen der SA und SS. 1938 erreichte die Judenverfolgung in der Hansestadt Rostock eine neue Dimension. Am 28. Oktober 1938 wurden insgesamt 37 jüdische Einwohner verhaftet und nach Polen deportiert. In der Nacht vom 9. zum 10. November wurden in ganz Deutschland Synagogen und jüdische Gebetshäuser angezündet, mehr als 5.000 jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, sowie unzählige Jüdinnen und Juden verhaftet, deportiert und ermordet. Auch in Rostock begannen die Nationalsozialisten in den frühen Morgenstunden der „Reichspogromnacht“ – an über 60 Orten der Stadt – ihr Werk der Zerstörung an jüdischen Wohnungen und Geschäften und brannten zeitgleich die Synagoge in der Augustenstraße nieder, die 36 Jahre lang Zentrum des religiösen und sozio-kulturellen Lebens der etwa 330 Rostocker Jüdinnen und Juden, sowie zunehmend auch Fluchtstätte vor faschistischen Ausschreitungen war. 64 Juden wurden in der Pogromnacht in das Landeszuchthaus Alt-Strelitz verschleppt, wo sie unter schweren Haftbedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten. Unter dem Druck der Stadt, musste die Jüdische Gemeinde die ausgebrannten Überreste des am 14. September 1902 geweihten und mit 350 Plätzen größten Synagogenbaus von Mecklenburg verkaufen. Durch ein britisches Bombardement im April 1942, welches auf die Zerstörung von städtischer Infrastruktur und Rüstungsstandorten wie den Arado- und Heinkel-Flugzeugwerken abzielte, wurden auch die Grundmauern der Synagoge unwiderbringlich zerstört. Mit den Erträgen aus dem Zwangsverkauf des Synagogengrundstücks verhalf die Jüdische Gemeinde den verfolgten Rostocker Jüdinnen und Juden zur Emigration. Die verbliebenen jüdischen Einwohner wurden von den Nationalsozialisten in die Vernichtungslager Auschwitz und Theresienstadt deportiert und ermordet – nur 14 überlebten die Shoa in Rostock.

Die Opfer dieser singulären Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie dürfen nicht vergessen werden!
Ihr Leid ist unsere Verpflichtung im Kampf gegen Faschismus und Antisemitismus.

***

Gedenke – Vergiss nie! Gedenkstätten für die Opfer des NS in Rostock.
Eine Broschüre über Rostocker Gedenkstätten von Soziale Bildung e.V.

הזכרה
Die Antifa Offensive Neubrandenburg erinnert zum 9. November auf ihrem Blog an die Vertreibung und Vernichtung der Jüdischen Gemeinde von Neubrandenburg

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