Archiv der Kategorie 'Neonazi-Konzerte'

„Mach den Scheiß aus!“

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am 30. Mai


Rostock // 30.05.2009 // Hbf-Süd // 11:00 Uhr

Hooligans, Nazis, Rassisten – wollen sich am 30. Mai zu einem Konzert der Bremer Band Kategorie C treffen. Bereits das dritte Jahr in Folge planen Rostocker Neonazis ein Event für mehrere hunderte rechtsoffene, gewaltbereite Besucher_innen. Der Kreis der Organisator_innen liest sich wie ein who is who der Rostocker Neonaziszene.

Erstmals 2007 organisierte der damalige Hamburger Lars Jacobs mit seiner Firma „Nationale Medien Norddeutschland“ das Konzert in der Rostocker Innenstadt, dieses musste jedoch aufgrund antifaschistischer Aufklärungsarbeit in eine Scheune im Umland verlegt werden. Damals fungierte der bekannte Kader Christian Worch als Schleuser. In der Hansestadt fiel Jacobs bis dato durch das Anmelden diverser Aufmärsche sowie durch seine Aktivitäten bei der Kameradschaft Aktionsgruppe Festungsstadt Rostock [AGR] auf. Bundesweit trat er darüber hinaus als Anmelder des Großaufmarsches um den Volkstrauertag in Halbe (bei Berlin) in Erscheinung.
Im darauf folgenden Jahr übernahm der Rostocker Kameradschaftler Martin Krause die Organisation des KC-Konzertes. Jüngst betätigte sich der vorbestrafte, rechtsradikale Liedermacher Krause mehrfach als Veranstalter von Rechtsrock-Konzerten. So organisierte er beispielsweise am 15. November 2008 ein Konzert im Rostocker Hansaviertel, welches von der Polizei aufgelöst wurde. Mit von der Partie waren Szenebands wie Sturmwehr und die Liebenfelskapelle, sowie weitere neonazistische Rockbands. Der Nazibarde organisiert jedoch nicht nur solche Events, sondern tritt auch selbst bei Parteiveranstaltungen, Aufmärschen und Liederabenden auf. Seit der Landtagswahl 2006 engagiert Krause sich zunehmend auch für die NPD; so fungiert er beispielsweise während der diesjährigen Kommunalwahl am 07. Juni 2009 als Vertrauensperson für sie im Rostocker Wahlausschuss. Außerdem ist er bereits mehrfach durch Störungen öffentlicher Veranstaltungen über die rechte Szene aufgefallen. Zuletzt versuchten er und weitere Neonazis einen Infoabend mit der engagierten Journalistin Andrea Röpke zu sprengen.
Neu in diesem Jahr ist, dass der Verkauf der Karten im rechten Szeneladen „Dickkoepp“ stattfindet. Betreiber des Ladens ist Krauses alter Weggefährte und NPD-Abgeordneter Birger Lüssow, dessen Bürgerbüro sich im selben Gebäude befindet. Als Gegenleistung für den Kartenverkauf wird Lüssow wahrscheinlich wieder einen Merchandisestand auf dem Konzert stellen dürfen. So wird ganz nebenbei ein nicht unbeträchtlicher Gewinn erzielt, der letztlich in die Neonaziszene fließt und für menschenverachtende Propaganda und zur Stärkung der lokalen, rechten Strukturen eingesetzt wird.

Wir werden nicht tatenlos mit ansehen, dass Rostocker Neonazis wie Martin Krause einmal mehr versuchen, mit dem geplanten Kategorie C-Konzert eine rechte Eventkultur in der Region zu etablieren! Rechtsrock-Konzerte sind fester Bestandteil des neonazistischen Lifestyles. Sie dienen Jugendlichen oft als Einstieg in die Neonaziszene. Deshalb muss alles unternommen werden, um solche Konzerte zu verhindern!
Daher rufen wir am 30. Mai zu einer Demonstration gegen das geplante Kategorie C-Konzert auf! Geht mit uns auf die Straße und schreit: „Macht den Scheiß aus!“ – Kategorie C das Mikro klauen.“


Rostock // 30.05.2009 // Hbf-Süd // 11:00 Uhr

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„Mach den Scheiß aus!
Mobilisierungsseite zur antifaschistischen Demonstration gegen „Kategorie C“ am 30.05.2009

Konspiratives Rechtsrock-Konzert fand mit 400 Besuchern am Sonnabend in Sanitz bei Rostock statt
Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 02. Juni 2008

Neonazi-Konzert in Rostock verhindert

„Somit machten wir uns schlecht gelaunt auf den Heimweg“, schließt eine Rechtsextremistin ihren Bericht über das Neonazi-Konzert am 15. November 2008 in Rostock. Gutes gab es nicht zu erleben: Mehrere Hundert Neonazis waren umsonst nach Rostock gereist; eine Spontandemo wurde von der Polizei aufgelöst; und Stress mit der Antifa folgte am Ende auch noch.

Dabei hätte alles so gut werden sollen: Mit den Gruppen „Sturmwehr“ (Nordrhein-Westfalen), „Die Liebenfels Kapelle“ (Ostvorpommern), „Das letzte Aufgebot“ und „Kahlschlag“ (Berlin) waren berühmt-berüchtigte Szene-Bands angekündigt, die Balladen über das Marschieren im Gleichschritt oder Hymnen über das Totschlagen politischer Gegner im Repertoire haben. Die von der Polizei geschätzten 400 anreisenden Neonazis hätten den Organisator_innen außerdem einen nicht unwesentlichen Gewinn erwirtschaftet.

Nach dem Debakel in Mallentin jedoch, wo die Polizei Anfang November das bislang größte Rechtsrock-Konzert in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Landser-Sänger Michael Regener untätig beobachtete, standen die Chancen auf ein weiteres ungestörtes Event schlecht. Zudem war der mehrfach vorbestrafte 26jährige Veranstalter und Hobby-Liedermacher Martin Krause (siehe Foto) für seine umtriebigen und gewalttätigen Aktivitäten im hiesigen Neonaziladen „Dickkoepp“ oder auf rechten Aufmärschen bekannt. Unter der Kontakt-Email-Adresse wurde bereits im Mai ein Rechtsrock--Konzert mit „Kategorie C“ in Sanitz veranstaltet. Und nachdem im August im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf bei einem Rechtsrock-Konzert Polizeibeamte angegriffen und verletzt worden waren, war im Korps wohl sowieso noch eine Rechnung offen…

Insofern war bereits ein Großaufgebot der Polizei aktiviert, als die ersten Konzertbesucher_innen in der Stadt eintrafen. Im Zusammenspiel von Stadtverwaltung und Polizei wurde das Konzert in einer Lagerhalle untersagt; auch das Ausweichen vor das Gebäude oder eine Verkaufsveranstaltung wurden verboten, letztendlich sogar die Musikanlage beschlagnahmt. Da half auch nicht, dass sich die Verantwortlichen der Gewerbehalle der Rostockpark GmbH für das Konzert ausgesprochen haben sollen. Ähnlich wenig erfolgreich verlief eine spontane Demonstration von etwa 40 Neonazis in der Doberaner Straße, die mit der polizeilichen Auflösung und Ingewahrsamnahmen endete. Wer nicht verhaftet wurde, wird in einem einschlägigen Forum beklagt, bekam von Antifas eine Begleitung aus dem Stadtteil heraus.

Die schlechte Laune, die den Neonazis an diesem Wochenende beschert wurde, ist allerdings die absolute Ausnahme. In der Regel enden die fast wöchentlichen Rechtsrock-Konzerte und -Partys in Mecklenburg-Vorpommern ohne Ärger mit der Polizei. Die Ereignisse in Rostock zeigen jedoch, dass es Polizei und Ordnungsämtern gelingen kann, diese Szene-Events zu verhindern – es muss nur der Wille vorhanden sein.

Konspiratives Rechtsrock-Konzert mit 400 Besuchern fand am Sonnabend in Sanitz bei Rostock statt

Auftritt von „Kategorie C“ von massivem Polizeieinsatz begleitet

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 02.06.2008

Weitgehend abgeschottet von der Öffentlichkeit gab die Rechtsrock-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ am Sonnabend in Sanitz nahe Rostock ein Konzert vor 400 Neonazis und rechtsoffenen Besucher/innen. Wie schon im vergangenen Jahr wurde die Veranstaltung konspirativ vorbereitet und selbst den Konzertbesucher/innen bis zum letzten Tag nicht der genaue Ort genannt, um Proteste und Einschränkungen durch die Behörden zu vermeiden. Vom Treffpunkt Bahnhof aus ging es per Bahn zum Konzertort, einem Gelände am Niekrenzer Damm in Sanitz, und mit einem Bus der Firma „Brandt-Reisen“ anschließend zurück.

Ein großes Polizeiaufgebot verhinderte mittels Platzverweisen weitgehend, dass die Rechten aus dem gesamten norddeutschen Raum sich nach der Veranstaltung weiter nach Sanitz oder in Richtung der Rostocker Innenstadt bewegten, wo das alternativ-geprägte KTV-Fest stattfand. Gewaltbereite Fans der Band hatten bereits vorher in Internetforen angekündigt, im Anschluss an das Konzert Rostock unsicher machen zu wollen. Mehrmals versuchten sie, die Polizei zu provozieren.

„Neonazis und ihre menschenverachtende Propaganda haben weder in der Fußballszene, in Rostock noch sonstwo etwas zu suchen“, kommentiert Caroline Jürgens, Pressesprecherin der Antifaschistischen Gruppe A3 Rostock, das Ereignis. „Auf verschiedensten Wegen gilt es, dafür zu sorgen, dass die rechte Musik-Szene nicht nur keine Zuhörerschaft, sondern auch keine Unterstützer mehr findet.“ So sei es zu begrüßen, dass die Gemeinde Sanitz den Rechten Auflagen machte. Entschieden kritisiert die Antifa A3 jedoch die Rostocker Firma Brandt-Reisen, die wiederholt den Neonazis Busse für ihre Unternehmungen zur Verfügung stellte.

Obwohl die Bandmitglieder von „Kategorie C“ immer wieder versuchen, sich in der Öffentlichkeit als unpolitische Hooligans zu präsentieren, sind personelle Überschneidungen zur Neonazi-Szene offenkundig. Ihre Mitglieder spielten in eindeutig rechten Bandprojekten und traten auf Veranstaltungen von NPD und Kameradschaften auf. Frontsänger Hannes Ostendorf wurde rechtskräftig verurteilt, weil er 1991 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bremen beteiligt war. Er spielte auch in der konspirativ agierenden Band „Nahkampf“, die dem in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerk nahesteht. Die Band „Kategorie C“ fungiert folglich als Schnittstelle zwischen Hooligans und militanten Neonazis. Mit gewaltverherrlichenden Texten über die so genannte „3. Halbzeit“, Alkoholexzesse und Kameradschaft bemüht sich die Band seit ihrer Gründung im Jahr 1997, rassistische Stimmung in Fußballstadien zu etablieren.

„Angesichts des Zuspruchs, den die Rechtsrock-Band am Freitag fand, muss die Bedeutung antirassistischer Arbeit von Faninitiativen und Antifa-Gruppen in der Fußball-Szene unterstrichen werden“, teilt Tobias Albrecht, Pressesprecher der Antifa A3 Rostock, weiter mit. „Diese Auseinandersetzung muss an der Basis passieren und wird weder durch plakative Parolen von Image-Kampagnen noch Repressionen gegen aktive Fans und ihre Projekte befördert.“

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Rechtsrock-Konzert im Raum Rostock geplant
Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 28. Mai 2008

Rechtsrock-Konzert im Raum Rostock geplant

Antifaschisten warnen vor rechter Propagandaveranstaltung mit der Band „Kategorie C“

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 28. Mai 2008

Die Rechtsrockband „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (KC) plant für den 31. Mai 2008 erneut ein Konzert in der Hansestadt Rostock. Der Veranstaltungsort wird bis zum Vortag unter Verschluss gehalten. Mit einer Handreichung versucht die Antifa A3 Rostock, Gastwirte und Clubbesitzer bei der Erkennung von Rechtsextremen zu unterstützen. Genau ein Jahr zuvor wollte der bundesweit bekannte Neonazi Lars Jacobs ein „Kategorie C“-Konzert in der Rostocker Innenstadt veranstalten, das aufgrund von Protesten in eine private Halle nach Klingendorf verlegt werden musste.

In diversen Internetforen verabreden sich Anhänger von „Kategorie C“ aus dem gesamten Bundesgebiet zu Fahrgemeinschaften nach Rostock. Im Rahmen der so genannten „Für immer KC“-Tour 2008 plant die vor allem bei Neonazis und Hooligans beliebte Bremer Band „Kategorie C“ mit Unterstützung der Vorband „Elbroiber“ aus Magdeburg am kommenden Samstag um 20 Uhr ein Konzert in der Hansestadt. Um zivilgesellschaftlichen Protest im Vorfeld zu unterbinden, wird die Veranstaltung seit Wochen konspirativ geplant. So werden die Konzertkarten ausschließlich über Telefon und Internet vertrieben, der Veranstaltungsort zunächst geheim gehalten.

„Es ist nicht auszuschließen, dass die Besitzer der Räumlichkeiten vom rechtsextremen Publikum überrascht werden sollen“, so Caroline Jürgens von der Antifa A3 Rostock. „Über den eigentlichen Zweck der Veranstaltung im Unklaren gelassen, müssen Club- und Kneipenbesitzer häufig die Folgen von Krawallen, Polizeieinsätzen, negativer Berichterstattung und verschreckten Gästen ausbaden.“ Mit einer Handreichung möchte die Antifa-Gruppe Gastwirte und Clubbesitzer darin unterstützen, Veranstaltungspläne von Rechtsextremen zu erkennen und abzuweisen. Unter dem Titel „Unerwünschten Besuch vermeiden“ erklärt der Leitfaden, woran man Neonazis erkennt, wie man mit uneindeutigen Anfragen umgehen sollte und welche Behörden und Institutionen man für weitere Informationen kontaktieren kann.

Nachdem die Antifa A3 im Vorjahr auf die Pläne der Neonazis um Lars Jacobs hingewiesen hatte, in der Rostocker Innenstadt ein Rechtsrock-Konzert zu veranstalten, konnte dies nicht wie geplant im „Moya“ stattfinden. Die etwa 500 Konzertgäste mussten kurzerhand auf ein Privatgrundstück ausweichen und wurden mit angemieteten Bussen der Firma „Brandt-Reisen“ vom Rostocker Hauptbahnhof oder per Telefonanweisung in das 20 Kilometer entfernte Klingendorf geleitet. Um die Organisation vor Ort kümmerten sich unter anderem die bundesweit bekannten Neonazi-Kader Christian Worch, der die Besucher vom Parkplatz zum Veranstaltungsort brachte, sowie Thomas Gerlach, der Security stellte.

Obwohl die Bandmitglieder von „Kategorie C“ immer wieder versuchen, sich in der Öffentlichkeit als unpolitische Hooligans zu präsentieren, sind personelle Überschneidungen zur Neonazi-Szene offenkundig. Ihre Mitglieder spielten in eindeutig rechten Bandprojekten und traten auf Veranstaltungen von NPD und Kameradschaften auf. Frontsänger Hannes Ostendorf wurde rechtskräftig verurteilt, weil er 1991 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bremen beteiligt war. Er spielte auch in der konspirativ agierenden Band „Nahkampf“, die dem in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerk nahesteht. Die Band „Kategorie C“ fungiert folglich als Schnittstelle zwischen Hooligans und militanten Neonazis. Mit gewaltverherrlichenden Texten über die so genannte „3. Halbzeit“, Alkoholexzesse und Kameradschaft bemüht sich die Band seit ihrer Gründung im Jahr 1997, rassistische Stimmung in Fußballstadien zu etablieren.

„Nicht-rechte Faninitiativen sind einmal mehr gefragt, sich gegen Vereinahmungen von Neonazis zur Wehr zu setzen und engagiert gegen Rassismus und Diskriminierung im Stadion aufzutreten“, so Lukas Strübl, Pressesprecher der Antifa A3 Rostock. „Es gilt, das braune Rechtsrock-Geschäft und die bevorstehende Propagandaveranstaltung für völkische Ideologie zu unterbinden.“

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„‚Kategorie C‘-Konzert in Klingendorf geplant“
Wie mittlerweile bekannt geworden ist, findet das Rechtsrock-Konzert auch dieses Jahr in Klingendorf bei Rostock statt

Neonazis suchen nach Räumen für Konzert
Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 19. Mai 2007

„Wegsehen statt Handeln?“

Redebeitrag der Antifa A3 Rostock zur Demonstration gegen Rechts am 24. Mai 2008 in Güstrow.

Wie in vielen Gemeinden und Städten gibt es auch in Güstrow keine öffentliche Auseinandersetzungen mit örtlichen Nazis. So spricht Michael Flenker vom Schweriner Verfassungsschutz davon, dass es keine gefestigten rechten Strukturen in und um Güstrow gebe. Der Bürgermeister der Stadt, Arne Schuldt, geht sogar noch einen Schritt weiter: Er sieht in seiner Stadt mehrheitlich linksgerichtete Jugendliche.

Tatsächlich stellt sich die Realität jedoch ganz anders dar. Eine Chronik rechter Übergriffe zeichnet einen Alltag voller Bedrohungen, körperlicher Gewalt und Angst. Nicht nur diese Erfahrungen der Jugendlichen zeigen deutlich, dass es in der Stadt sehr wohl eine aktive, organisierte und gewalttätige Naziszene gibt.

So beteiligten sich im April 2007 unter anderem Güstrower Nazis an einem Angriff auf eine antifaschistische Demonstration in Wismar. Hierbei beschossen mehrere Rechte Teilnehmer_innen der Demonstration mit Glaskugeln.

Am 30. Juni 2007 griffen etwa sechzig Nazis in Pölchow einen Zug an, in dem sich alternative Jugendliche auf dem Weg nach Rostock befanden. Die Angreifer zerschlugen die Scheiben des Zuges und verletzten mehrere Zugfahrer_innen erheblich. Auch an diesem Überfall waren wiederum dutzende Güstrower Nazis aktiv beteiligt.

Anlässlich einer antifaschistischen Demonstration in Güstrow mobilisierte im Juli letzten Jahres die lokale Naziszene kurzfristig vierzig Personen. Ohne aktives Eingreifen der Polizei konnten sie einige Zeit die Demonstration blockieren.

Die Randale von Bützow reihen sich in diese Chronik ein. Eine bis zu dreißigköpfige Gruppe zog plündernd über das Stadtfest, bewarf eintreffende Polizisten mit Flaschen, griff einen türkischen Händler an und attackierte den Imbissladen einer pakistanischen Familie. Nach schleppenden Ermittlungen der Polizei wurden sechs Täter ermittelt. Alle gehören eindeutig zur rechtsextremen Szene, die Hälfte kommt aus Güstrow – unter ihnen auch die stadtbekannte Szenegröße Michael Wolff.

Mit drei Nazibands ist die Stadt Güstrow ein Schwerpunkt der Rechtsrockszene in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Anfang 2007 tritt die Band „Painful Awakening“ in Erscheinung und spielte beispielsweise bei einem Rechtsrock-Konzert in Lübben (Brandenburg), bei dem sich Neonazis schwere Ausschreitungen mit der Polizei lieferten. Internationale Bedeutung gewann „Painful Awakening“ durch einen Auftritt beim diesjährigen „Day of Honour“ in Ungarn, eines Festival zu Ehren der Waffen-SS, das von dem in Deutschland verbotenen „Blood&Honour“-Netzwerk organisiert wird. Einen Monat später spielten sie auf einer Rechtsrockveranstaltung in Spanien.

All dies zeigt deutlich, dass in Güstrow von einer aktiven und organisierten Naziszene gesprochen werden kann und muss! Eine Maginalsierung und Verleugnung des Nazi-Problems hätte die ungehinderte Ausbreitung und Festigung von Neonazi-Strukturen zur Folge.

So kann es nicht sein, dass zwei stadtbekannte Nazischläger, in dem hauptsächlich von nicht-rechten Jugendlichen besuchten Treffpunkt „Phönix“ Sozialstunden ableisten. Es ist niemals akzeptabel, dass Nazis Andersdenkende bedrohen, einschüchtern und angreifen, dass alternative Freiräume weiter eingeschränkt werden. Wir fordern die Güstrower Zivilgesellschaft und die Stadtvertreter_innen auf, aktiv und offensiv gegen Nazistrukturen vorzugehen. Deshalb: „Handeln statt Wegsehen!“

Gegen Nazis, für alternative Freiräume, in Güstrow und überall!

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„Polizisten stürmen Neonazi-Klub in Lübben“
Artikel der Lausitzer Rundschau zu den Ausschreitungen in Lübben

„Wider die rechte Normalität“
Demobericht und Fotos auf links-lang.de

Neonazi-Konzert nach NPD-Demo in Rostock

Neonazis bereiten momentan in Rostock ein rechtes Szene-Konzert vor. Nach der NPD-Demo am heutigen Tag findet damit in der Stadt die zweite Propagandaveranstaltung von Rechtsextremen statt.
Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 07. Juli 2007

Bei der Organisation des Konzertes wurden mehrere bekannte Neonazis aus dem Umfeld des rechten Szene-Shops „East Coast Corner“ gesehen, der seit Wochen über Rostock hinaus für Schlagzeilen sorgt. So war unter anderem David Petereit anwesend, der als Wahlkreismitarbeiter für den NPD-Landtagsabgeordneten Birger Lüssow arbeitet und bei der Ladeneröffnung Antifaschist/innen mit einer Eisenstange bedrohte. Mehrere Dutzend Rechte halten sich bisher im und in der Nähe des Veranstaltungsortes auf.

Die Lagerhalle ist im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf bei einer Kleingartenanlage nahe der Pressentinstraße gelegen. Dort fand bereits vor drei Wochen am 16. Juni, nur einen Tag nach der Eröffnung des rechten Ladens, eine Szene-Party statt.

Bei solchen Veranstaltungen werden Nazi-Parolen gegröhlt und gesungen und wird eindeutige Propaganda verbreitet. Der Betreiber des rechten Ladens „East Coast Corner“, Torben Klebe, wie auch der Geschäftsführer Thorsten de Vries stammen aus der Rechtsrock-Szene. In Norddeutschland sind die beiden aus Hamburg kommenden Neonazis seit Jahren für die Veranstaltung von einschlägigen Konzerten und Partys bekannt. Auch Rostocker Rechte sind in das Musikgeschäft eingebunden: Der aus Rostock kommende Neonazi Lars Jacobs, der mit seiner „NMN-Veranstaltungstechnik“ in der Szene arbeitet, war auch heute bei der NPD-Demonstration anwesend.

„Das Konzert nach der heutigen NPD-Demonstration macht deutlich, dass die rechte Szene ihren Einfluss in Rostock ausbauen möchte“, meint Caroline Jürgens, Pressesprecherin der Antifaschistischen Gruppe A3 Rostock. „Es zeigt, dass die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus weitreichend sein muss und nicht beim Laden in der Kröpeliner Tor-Vorstadt enden darf.“

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Nicht mehr als Pathos im Kampf um die „Frontstadt“
Artikel mit Fotos vom Naziaufmarsch auf links-lang

Neonazi-Konzert heute in Klingendorf bei Rostock

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 19. Mai 2007

Im mecklenburgischen Klingendorf südlich von Rostock veranstalten Neonazis am heutigen Abend ein Konzert mit der rechten Hooligan-Band „Kategorie C“. Mehrere hundert rechtsradikale und gewaltbereite Besucher werden erwartet.

Nachdem die Organisatoren von NMN-Veranstaltungstechnik um den bundesweit bekannten Neonazi Lars Jacobs ihr Konzert aus Rostock verlegen mußten, sind sie auf ein Privatgrundstück in dem Dorf bei Kavelsdorf, zwischen Rostock und Schwaan, ausgewichen. Die Besucher der konspirativen Veranstaltung werden vom Rostocker Bahnhof und per Telefonanweisung in das Dorf geleitet. Der Besitzer des Grundstücks im Eulenbruch 1/2 Dirk B. ist über die Hintergründe des Konzerts informiert und unterstützt das Anliegen der Veranstalter.

Die Band „Kategorie C“ fungiert als Schnittstelle zwischen dem Rechtsradikalismus und der Fußballszene. Ihre Mitglieder spielten in eindeutig rechten Bandprojekten oder traten auf Veranstaltungen von NPD- und Neonazi-Szene auf. Lars Jacobs ist als Organisator von Neonazi-Aufmärschen in Halbe und Kopf hinter vielfältigen rechten Aktivitäten in Norddeutschland bekannt.

„Mit dem Konzert wollen Neonazis versuchen, ihren Einfluss auf die Fussballszene auszubauen“, teilt Caroline Jürgens, Pressesprecherin der Antifa A3 Rostock, mit. „Wer ihnen dafür Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, muss sich der Folgen bewußt sein. Er bietet der menschenverachtenden rechten Ideologie ein Forum und gefährdet durch Krawalle der Besucher, Polizeieinsätze und negative Publicity sich und seine Nachbarn.“

Die Antifaschistische Gruppe A3 warnt vor dem Konzert und hat in den vergangenen Tagen einen Leitfaden für Gastwirte und Clubbesitzer verteilt, wie sie Veranstaltungen von Neonazis erkennen und verhindern können.

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“Unerwünschten Besuch vermeiden”
Ein Leitfaden für Club- und Gaststättenbesitzer zum Umgang mit Konzerten der rechtsextremen Szene

Neonazis suchen nach Räumen für Konzert
Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 16. Mai 2007

Neonazi-Konzert in Rostocker Innenstadt geplant
Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 08. Mai 2007

Neonazis suchen nach neuen Räumen für Konzert

Rostocker Antifa-Gruppe will mit Handreichung Gastwirte und Clubbesitzer bei Erkennung von Rechtsextremen unterstützen
Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 16. Mai 2007.

Rostock – 16.05.2007 – Das für den kommenden Sonnabend, den 19. Mai, geplante Neonazi-Konzert der Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ [KC] kann vorerst nicht wie geplant stattfinden. Die Betreiber eines Clubs in der Rostocker Innenstadt haben laut einer Meldung in der Schweriner Volkszeitung vom 11. Mai die Veranstaltung abgesagt. Die Antifaschistische Gruppe A3, die auf die Pläne der Neonazis hingewiesen hatte, begrüßt diesen Schritt. Zugleich will sie mit einer Handreichung Gastwirte und Clubbesitzer darin unterstützen, Veranstaltungspläne von Rechtsextremen zu erkennen und abzuweisen. Denn diese suchen auch momentan nach neuen Räumlichkeiten für ihr Konzert, die sie dieser Tage bekanntgeben wollen.

„Immer wieder kommt es vor, dass die Besitzer von Kneipen, Gaststätten oder Clubs von rechtsextremen Veranstaltungen in ihren Räumlichkeiten überrascht werden“, so Caroline Jürgens, Pressesprecherin der Antifa A3 Rostock. „Sie müssen anschließend die Folgen von Krawallen, Polizeieinsätzen, negativer Berichterstattung und verschreckten Gäste ausbaden.“ Die Antifa A3 wird ihren Leitfaden zum Umgang mit Konzerten der rechtsextremen Szene unter dem Titel „Unerwünschten Besuch vermeiden“ weiträumig in Rostock verteilen. In ihm wird erklärt, woran man Neonazis erkennt, wie man mit uneindeutigen Anfragen umgehen sollte und welche Behörden und Institutionen man für weitere Informationen kontaktieren kann.

Die Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ fungiert als Schnittstelle zwischen Neonazi-Szene und Fußballfans. Ihre Mitglieder spielten in anderen bekannten rechtsextremen Bands und traten auf eindeutigen Neonazi- und NPD-Veranstaltungen auf. Organisiert wird das für Sonnabend geplante Konzert von „NMN-Veranstaltungstechnik“ um den aus Rostock kommenden, bundesweit bekannten Neonazi Lars Jacobs. Erst kürzlich wurde gegen ihn vor dem Landgericht Lübeck wegen der Verbreitung der rechtsextremen Schulhof-CD verhandelt. Mit dem Konzert wollen organisierte Neonazis offensichtlich versuchen, weiteren Einfluss in der Fußball-Szene Rostocks zu erlangen.

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„Unerwünschten Besuch vermeiden“
Ein Leitfaden für Club- und Gaststättenbesitzer zum Umgang mit Konzerten der rechtsextremen Szene

Neonazi-Konzert in Rostocker Innenstadt geplant
Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 08. Mai 2007

Neonazi-Konzert in Rostocker Innenstadt geplant

Rechtsradikale wollen mit Auftritt von „Kategorie C“ Einfluss in der Fußball-Szene erlangen.
Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock vom 08. Mai 2007

Die rechtsradikale Hooligan-Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ (KC) aus Bremen plant für den 19. Mai 2007, unmittelbar vor dem letzten Spieltag in der 2. Bundesliga, im Rahmen ihrer so genannten „Sport Frei!“-Tour ein Konzert in Rostock. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von einer Firma um den bundesweit bekannten Rostocker Neonazis Lars Jacobs. Es ist geplant, dass das Konzert im Club Moya stattfindet. Der Besitzer Kay Mieske, Vorsitzender der Jungen Union Rostock und stellvertretender Vorsitzender des Rostocker CDU-Kreisverbandes, wurde bereits über die Hintergründe der Band und des Veranstalters informiert.

Für die Polizei ist die Terminologie „Kategorie C“ eine Bezeichnung für besonders gewaltbereite Fußballfans, für die Hooligan-Band ist der Name Programm: mit gewaltverherrlichenden Texten über die so genannte „3. Halbzeit“, Alkoholexzesse und Kameradschaft bemüht sich die Band seit ihrer Gründung im Jahr 1997, rassistische Stimmung in Fußballstadien zu etablieren. Obwohl die Bandmitglieder versuchen, sich in der Öffentlichkeit als unpolitische Hooligans zu präsentieren, sind personelle Überschneidungen zur Neonazi-Szene offenkundig. Ihre Konzerte fungieren als Schnittstelle zwischen rechtsextremen Hooligans und militanten Neonazis.

Frontsänger Hannes Ostendorf, der sich „Kategorie C – KC Die Band“ als Wort- und Bildmarke schützen ließ, war 1991 an einem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Bremen beteiligt und wurde dafür rechtskräftig verurteilt. Er spielte auch in der konspirativ agierenden Band „Nahkampf“, die dem in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerk nahesteht. Mehrere Alben dieser Band wurden indiziert. 2001 veröffentlichte „Nahkampf“ ein Gemeinschaftsprojekt mit der russischen Neonaziband Kolovrat (Hakenkreuz). Mitglieder von KC spielten zudem auch in der neonazistischen Band „Boots Brothers“.

Die letzte CD der Band „Kategorie C“ erschien bei „PC-Records“, das dem neonazistischen Ladengeschäft und Versand „Backstreet Noise“ angehört. Mehrfach veröffentlichte die Band auf teilweise indizierten Neonazi-Samplern mit einschlägig bekannten Bands wie Landser oder Stahlgewitter, duldete rechtsextreme Propaganda von NPD- und Neonazi-Funktionären und trat mit rechtsextremen Bands und auf Veranstaltungen auf, die von Neonazis organisiert wurden.

Das gilt auch für das in Rostock geplante Konzert. Hinter der für das Konzert verantwortlich zeichnenden „NMN-Veranstaltungstechnik“ verbirgt sich der gebürtige Rostocker Neonazi Lars Jacobs. Er war Mitglied der neonazistischen und mittlerweile verbotenen „Wiking-Jugend“, Aktivist der verbotenen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ und verfügt über internationale Kontakte zur organisierten Rechten. Jacobs war zudem langjähriger Kameradschaftsführer in der Hansestadt und fungiert bis heute als Redner und Organisator von rechtsextremen Aufmärschen wie den alljährlich stattfindenden Demonstrationen auf dem Soldatenfriedhof in Halbe.

„Es gilt, das braune Rechtsrock-Geschäft und die geplante Propagandaveranstaltung für die menschenverachtende Ideologie der Neonazis zu unterbinden“, so Caroline Jürgens, Pressesprecherin der Antifa A3 Rostock. „Nicht-rechte Fan-Initiativen sind einmal mehr dazu angehalten, sich gegen rechte Vereinnahmungsversuche zur Wehr zusetzen und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung im Fußball zu fördern. Neonazis haben in der Fußball- und Hooligan-Szene nichts zu suchen.“

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„Politik ist Politik und Fußball ist Fußball?“
Beitrag zu Kategorie C bei Turn it down!

„Hannes Ostendorf – ein Herrenmensch räumt auf“
Infos über Kategorie C und ihren Frontsänger bei der Antifa Bremen