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Engagement gegen Rechtsextremismus beim Rostocker CSD unerwünscht

Weil Antifaschistische Gruppen zum heutigen Rostocker CSD, neben Themen wie Sexismus und Homophobie, auch über Rechtsextremismus in Rostock informieren wollten und auf ihrem Transparent forderten „Naziläden dichtmachen!“, wurden diese kurzerhand des Veranstaltungsplatzes verwiesen.
Eine Pressemitteilung von Antifaschistischen Gruppen aus Rostock vom 21.07.2007

„Wir machen Familie bunter“ – unter diesem Motto mobilisierten die Veranstalter/innen des „Christopher Street Day’s“ zum nunmehr fünften Rostocker Karneval der Geschlechter. Während ähnliche Demonstrationen gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern in weiten Teilen Osteuropas massiven Angriffen der Bevölkerung und staatlichen Repressalien ausgesetzt sind, zeichnen Städte wie Rostock Bilder von einem vermeintlich toleranten und weltoffenen Deutschland.

Weitreichende Kritik ist beim Rostocker Karneval der Geschlechter jedoch offenbar unerwünscht: „Die Veranstalter/innen verkennen offensichtlich die von Neonazis ausgehende Gefahr, welche sich auch gegen Schwule, Lesben und Transgender richtet. Unsere Forderung den Rostocker Naziladen ‚East Coast Corner’ dichtzumachen und Neonazi-Propaganda zu unterbinden passte angeblich nicht ins Konzept der Veranstaltung,“ erklärt Caroline Jürgens von der Antifa A3, stellvertretend für die betroffenen Antifaschist/innen, die ihren Infostand daraufhin wieder abbauen mussten. „Der CSD ist, nicht nur in Rostock, zu einer Kommerz-Veranstaltung verkommen. Politische Forderungen geraten offenbar – durch den Spagat zwischen gewinnorientierter Firmenbeteiligung und allerlei massenkompatibler Musik-, sowie Polit-Prominenz – immer mehr in den Hintergrund.“

“Wir fordern die Veranstalter/innen, als auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rostocker CSD auf, ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und neonazistische Gewalt zu setzen. Außerdem sollte davon abgesehen werden, zivilgesellschaftliche Gruppen mit strengen Reglementierungen an ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus zu hindern,“ teilt Pressesprecher Lukas Strübl vom Antifa-Bündnis mit.